Deponia – The Complete Journey (PC/MAC)

Mit der Veröffentlichung von „Deponia – The Complete Journey“ gibt es keine Ausreden mehr für Anhänger des Point-and-Click-Adventure-Genres oder diejenigen, die es werden wollen. Wer nämlich bislang die verrückten Abenteuer auf dem witzigen Abfallplaneten verpasst hat, erhält die komplette Trilogie inklusive vieler Extras in einer Box.

Hussa – Denkwürdiges aus Deponia

An der Story von „Deponia“ (http://www.dlh.net/de/reviews/667/deponia.html), „Chaos auf Deponia“ (http://www.dlh.net/de/reviews/1213/chaos-auf-deponia.html) und dem abschließenden „Goodbye Deponia“ (http://www.dlh.net/de/reviews/1507/goodbye-deponia.html) hat sich nichts geändert. Im Fokus steht der Antiheld Rufus, der unbedingt den Müllplaneten Deponia in Richtung des Wolkenreichs Elysium verlassen will. Das Unterfangen gestaltet sich mehr als schwierig, insbesondere weil die Spielfigur offenbar alle Charaktereigenschaften vereint, um seine undurchdachten Pläne zum sScheitern zu bringen. Er ist tollpatschig, überheblich, naiv, egoistisch, chaotisch – aber doch auf eine bestimmte Art und Weise absolut sympathisch. Allerdings ist es kein Wunder, dass Rufus bei seinen Fluchversuchen für ein heilloses Durcheinander sorgt und die Nerven seiner Mitmenschen in Mitleidenschaft überstrapaziert. Auf seinem Abenteuer findet er deshalb nicht nur Freunde, sondern ruft auch Organon auf den Plan. Diese Organisation unterdrückt die Bewohner von Deponia und schlägt jeglichen Widerstand oder Fluchtversuch nieder. Letztendlich stellt sich heraus, dass gerade jene finstere Pläne für Deponia hegen. Eine vom Himmel gefallene Elysianerin namens Goal spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Das Gesamtwerk von „Deponia“ ist als abgeschlossene Trilogie absolut stimmig, auch wenn das Finale nicht jeden Geschmack treffen könnte. Mit zahlreichen Zwischensequenzen und Dialogen wird die verrückte Geschichte über eine Gesamtspielzeit von 35 bis 40 Stunden erheiternd erzählt. Die Grundstimmung ist trotz einer gewissen Bedrohung durch die Widersacher überwiegend positiv und sprüht nur so vor derben Humor. Zitate und Anspielungen auf Film, Fernsehen, Videospiele sowie Themen aus aller Welt sind sehr gelungen, wenn man sie denn zuordnen kann. Beispielsweise trifft man hier auf den schnauzbärtigen Klempner Mario und seine Kollegen.

Hussa – Point-and-Click in Perfektion

Auch spielerisch bleibt alles beim Alten: In klassischer Point-and-Click-Manier bewegt sich die Spielfigur per Maus durch die Umgebung. Mit einem Linksklick wird interagiert, mit Rechtsklick das jeweilige Objekt angeschaut bzw. näher untersucht. Das übersichtliche Inventar mit allen gesammelten Gegenständen öffnet sich idealerweise durch die mittlere Maustaste oder sobald sich der Zeiger am Bildschirmrand befindet. Passende Gegenstände lassen sich entweder miteinander im Inventar oder direkt mit der Spielumgebung kombinieren. Die Gespräche mit anderen Charakteren laufen im Multiple-Choice-Verfahren ab, also eine Auswahl an möglichen Dialogoptionen wird aufgelistet. Eine spielbare Einführung erklärt diese Spielweise auf erfrischend lustige Art und Weise auch den Neulingen.

Jedenfalls hat Rufus immer einen Spruch auf Lager und kommentiert so ziemlich alles. Auch wenn sich vieles erstmal nach Quatsch anhört, so stellt sich mancher Vortrag zwischen den Zeilen als des Rätsels Lösung heraus. Die anspruchsvollen Knobeleien sind in ihrer Verrücktheit nämlich das einnehmende Element von „Deponia“. In Erinnerung bleibt sicherlich die anfangs scheinbar aussichtslose Suche nach dem so genannten Plasmaaustauschfluppidiwuppmammutfellrelais. Was ursprünglich von einem genervten Gesprächspartner als Beschäftigungstherapie für Rufus angedacht war, entpuppt sich als geniale Rätseleinlage. Insgesamt verdient ein außergewöhnlich hoher Anteil der Denkaufgaben dieses besondere Prädikat. Auch Dialogrätsel gehören zu den Herausforderungen, wenn etwa der Dialekt unseres Gegenübers nachgeahmt werden soll. Außerdem tauschen Minispiele auf, beispielsweise bei der Zieleingabe für einen Raketenstart. Diese können auf Wunsch jederzeit übersprungen werden.

 

Hussa – Kompletter Inhalt



Neben den umfangreichen Spielen beinhaltet „Deponia – The Complete Journey“ viele Extras. In der handlichen Pappbox offenbart die dicke Hülle ein schmales Handbuch, ein kleines Stickerblatt, ein zusammengefaltetes Wendeposter und das Wendecover ohne den wenig ästhetischen USK-Freigabe-Aufdruck. Insgesamt gibt es fünf Datenträger, die etwas lieblos übereinander in ein und derselben Halterung verankert sind. Es ist mitunter ganz schön knifflig, die Discs schadlos daraus zu lösen. Auf der Spiele-DVD finden sich neben der kompletten Trilogie mit optionaler Kommentarfunktion von Entwickler Jan Müller-Michaelis, dem bekannten Webvideo-Produzenten und -Moderator Gronkh sowie den Sprechern der Charaktere Rufus und Goal, noch eine kurzweilige Puzzle-Variante sowie im Unterordner „Papercraft“ ausdruckbare Bastelfiguren der Deponia-Figuren. Eine Bonus-DVD ist vollgespickt mit Videos und Artworks, sämtliche Soundtracks sind auf den drei restlichen Discs verteilt. Zur Veröffentlichung beseitigt der kostenlos herunterladbare Patch auf Version 3.1 technische Ungereimtheiten mit der Verkaufsfassung. Störende Fehler oder gar Abstürze konnten während des Testzeitraums nicht festgestellt werden.

 

Hussa – Schön verrückt

Die dezent überarbeiteten Grafiken frischen die bereits in den ursprünglichen Fassungen fantastische und bunte Comic-Optik weiter auf. Witzig und flüssig animiert bewegen sich die Figuren durch detaillierte Ortschaften voller Müll und Abfall, ohne es dabei mit dem Schauplatz-Recycling zu übertreiben. Die Vielfalt einer faszinierenden Welt voller Unordnung behält die Oberhand und selbst das in unzähligen anderen Vertretern des Genres visuell vernachlässigte Kombinieren von Gegenständen wird hier ansehnlich und nicht selten gelungen überspitzt dargestellt. Für eine jederzeit nachvollziehbare Stimmungslage der Charaktere tun Gestik und Mimik ihr übriges. Und all das läuft selbst auf betagten Computern absolut flüssig über den Bildschirm.

 

Hussa – Hervorragender Hörgenuss

Akustisch hält „Deponia“ die Messlatte auch einige Monate nach dem Erscheinen weiterhin hoch. Fehlbesetzungen bei den Sprechern oder verpatzte Geräuscheffekte? Vielleicht ein unpassendes Musikstück? – Nein, hier stimmt einfach alles. Monty Arnold geht hörbar auf in seinen Rollen und vertont nicht nur als Spielheld Rufus, sondern auch seine ärgsten Widersacher, mit all ihren unterhaltsamen Stimmungsfacetten sehr unterhaltsam. Nicht fehlen darf natürlich Jan Müller-Michaelis, der mit seinen ulkigen Gitarrenliedern perfekt die Übergänge zwischen den Kapiteln spannt. Selbst Nebenrollen wurden hochkarätig besetzt, so dass es hier keine Schwachpunkte gibt.

 

Offizieller Trailer


Fazit

Dieser Müll gehört keinesfalls in den Papierkorb. Als abgeschlossene Trilogie macht das Gesamtwerk von „Deponia“ noch mal genauso viel Spaß wie zur Veröffentlichung der ohnehin schon umfangreichen Episoden. Nicht nur spielerisch kratzt man mit tollen Rätseln, interessanten Figuren und feiner Technik an der Point-and-Click-Adventure-Perfektion, sondern punktet vor allen Dingen humoristisch durch punktgenaue Situationskomik und irre Ideen. Zudem werden selbst unangenehme Themen gekonnt ins Geschehen integriert, ohne vom witzigen Kurs abzuweichen. (Christian Schmitz)


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Goodbye Deponia
Goodbye Deponia
Goodbye Deponia
Goodbye Deponia
Goodbye Deponia
Goodbye Deponia
Goodbye Deponia
Goodbye Deponia
Goodbye Deponia
Goodbye Deponia
Goodbye Deponia
Chaos auf Deponia
Chaos auf Deponia
Chaos auf Deponia
Chaos auf Deponia
Chaos auf Deponia
Chaos auf Deponia
Chaos auf Deponia
Chaos auf Deponia
Chaos auf Deponia
Chaos auf Deponia
Chaos auf Deponia
Chaos auf Deponia
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Deponia
Deponia
Deponia
Deponia
Deponia
Deponia
Deponia