
Mit People of Note erwartet dich ein ungewöhnliches Rollenspiel, das Musik und Gameplay zu einem stilvollen Abenteuer verbindet, in dem jeder Schritt im Takt steht.
Eine musikalische Reise mit klarer Identität
People of Note setzt von Anfang an einen klaren Ton. Du spielst Cadence, eine Popsängerin, die ihren Platz in einer Welt sucht, in der sich alles um Musik dreht. Nachdem sie beim „Noteworthy Song Contest“ abgelehnt wird, entscheidet sie sich, ihre Solokarriere hinter sich zu lassen und eine Band zu gründen – ein mutiger, aber richtiger Schritt. Auf deiner Reise durch die Welt von Note triffst du neue Bandmitglieder und merkst schnell, dass es um mehr geht als nur einen Wettbewerb. Die sogenannte Harmonic Convergence bringt Chaos ins Gleichgewicht der Welt, und plötzlich suchst du nach vier mächtigen Keys, die über das Land verteilt sind. Die Spielwelt selbst ist ein echtes Highlight. Jede Region orientiert sich an einem eigenen Musikgenre und spiegelt das konsequent wider – von der rockigen Wüstenstadt Durandis bis zur neongetränkten EDM-Metropole Lumina. Auch der Soundtrack passt sich dynamisch an und verstärkt das Gefühl, Teil dieser musikalischen Welt zu sein. Selbst Gegner, Gegenstände und NPCs sind voller musikalischer Anspielungen, was dem Spiel eine starke, durchgehende Identität verleiht. Besonders gelungen ist, wie konsequent das Thema umgesetzt wird: Umgebungen, Rätsel und sogar Zwischensequenzen sind musikalisch inszeniert – letztere oft als kleine Musicalnummern, die für zusätzliche Unterhaltung sorgen. Die Geschichte bleibt dabei eher geradlinig, funktioniert aber gut, weil der Fokus klar auf der Entwicklung der Band liegt. Cadence wirkt als Hauptfigur glaubwürdig, vor allem durch ihre Zweifel und ihren Ehrgeiz. Mit Fret, Synthia und Vox entsteht eine bunte Truppe, die zunächst ungewöhnlich wirkt, aber schnell zusammenwächst. Die Dialoge sind zwar einfach gehalten, passen aber zum lockeren Ton. People of Note will kein tiefgründiges RPG sein, sondern eine unterhaltsame, musikalische Reise – und genau das gelingt ihm.

Taktische Kämpfe mit musikalischem Twist
Deine Band besteht aus vier spielbaren Charakteren: Cadence (Pop), Fret (Rock), Synthia (EDM) und Vox (R&B). Jeder bringt eigene Fähigkeiten und eine klare Rolle im Kampf mit, was für Abwechslung sorgt und dich dazu einlädt, mit verschiedenen Teamkombinationen zu experimentieren. Auch die Ausrüstung spielt eine wichtige Rolle. Jede Figur nutzt Waffen mit sogenannten Songstones, die neue Fähigkeiten verleihen und deinen Spielstil beeinflussen. Das System bietet genug Tiefe für eigene Builds, bleibt dabei aber angenehm zugänglich und flexibel. Das Herzstück ist jedoch das Kampfsystem. Die rundenbasierten Gefechte – hier „Stanzas“ genannt – geben dir die Kontrolle über die Reihenfolge deiner Aktionen. Zusätzlich wird jede Runde einem Genre zugeordnet, das die Fähigkeiten des passenden Bandmitglieds verstärkt. Dadurch entsteht eine strategische Ebene, bei der du vorausplanen und Ressourcen gezielt einsetzen musst. Ein besonderes Highlight ist die dynamische Musik im Kampf. Je nach aktivem Genre verändert sich der Soundtrack und passt sich dem Geschehen an. Das verleiht den Kämpfen ein Gefühl von Performance, als würdest du mit deiner Band tatsächlich auftreten. Ganz ohne Schwächen kommt das System aber nicht aus. Viele Fähigkeiten nutzen Quick-Time-Events, die zwar anfangs motivieren, auf Dauer aber das Tempo bremsen. Dazu kommen nicht überspringbare Animationen, die Kämpfe unnötig in die Länge ziehen können. Immerhin lässt sich das QTE-System optional deaktivieren.

Erkundung mit leichtem Rätselanteil
Neben den Kämpfen bietet dir People of Note auch Raum für Erkundung und kleine Rätsel. Die Oberwelt ist dabei eher linear aufgebaut, und auch Städte sowie Dungeons bleiben überschaubar. Trotzdem sorgt das Spiel mit regelmäßigen Rätselabschnitten für Abwechslung. Die Rätsel sind bewusst einfach gehalten und dienen vor allem als kurze Verschnaufpause zwischen den Kämpfen. Sie halten dich beschäftigt, ohne dich auszubremsen, und tragen zu einem angenehmen Spielfluss bei. Allerdings fehlt es ihnen oft an echter Herausforderung. Die Lösungen sind meist schnell gefunden, was zwar zum zugänglichen Ansatz passt, erfahrene Spieler aber etwas unterfordern könnte. Positiv ist die große Freiheit bei der Spielweise. Du kannst Rätsel oder sogar das Kampfsystem komplett deaktivieren, wenn du möchtest. Das macht das Spiel sehr einsteigerfreundlich, nimmt aber auch etwas von der Spannung, wenn du zu viele Optionen ausschaltest. Unterm Strich bieten Erkundung und Rätsel eine solide Ergänzung, bleiben aber klar auf ein entspanntes Spielerlebnis ausgelegt.
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