Mario Tennis Fever

Nintendo Switch 2

Mit Mario Tennis Fever setzt Camelot auf rasante Matches, zugängliches Gameplay und spaßige Multiplayer-Duelle – ein Titel, der vor allem dann glänzt, wenn du ihn gemeinsam mit anderen spielst.

Leichter Einstieg mit klassischem Mario-Charme

Im Abenteuermodus nimmt die Geschichte langsam Fahrt auf. Gleich zu Beginn wirst du mit einer ernsten Situation konfrontiert: Prinzessin Daisy ist schwer krank, und nichts scheint ihr zu helfen. Mario und seine Freunde stehen vor der Frage, wie sie ihr noch helfen können. Dann tauchen Wario und Waluigi auf – natürlich nicht ohne Hintergedanken – und bringen eine vermeintliche Lösung ins Spiel: die goldene Frucht, die Daisy retten soll. Trotz berechtigter Zweifel machen sich alle auf die Suche danach. Doch wie zu erwarten, geht der Plan nicht ganz auf. Durch die Macht eines mysteriösen Bösewichts werden Mario, Luigi, Peach, Wario und Waluigi plötzlich in Babys verwandelt. Ein Problem gelöst, ein neues geschaffen. Um wieder ihre normale Form zu erreichen, bleibt ihnen nur ein Weg: den Verantwortlichen finden und besiegen. Da ihre Fähigkeiten jedoch auf ein Minimum zurückgesetzt sind, beginnt zunächst ein Training – und genau hier startet das eigentliche Spiel.

Trainingsfokus mit gemischtem Verlauf

Der erste Teil des Story-Modus wirkt wie eine klare Hommage an Mario Tennis auf dem Game Boy Color – nur spielst du diesmal nicht mit einem neuen Charakter, sondern mit Baby-Mario. Was zunächst simpel klingt, entpuppt sich als der unterhaltsamste Abschnitt des Spiels. Das Ganze erinnert stark an einen klassischen Trainingsbogen aus einem Shonen-Anime: Du absolvierst verschiedene Übungen in mehreren Schwierigkeitsstufen, verbesserst deine Fähigkeiten und siehst anschließend im Match, wie sich dein Fortschritt direkt auszahlt. Parallel dazu schaltest du optionale Matches auf der Karte frei, was zum Erkunden motiviert und für Abwechslung sorgt. Nach Abschluss des Trainings zieht die Geschichte wieder an und führt dich in Richtung Finale. Gleichzeitig verliert das Gameplay hier etwas an Stärke. Klassische Tennismatches treten in den Hintergrund und weichen zunehmend Missionen, die eher an Mario Tennis Aces erinnern – mit Fokus auf Aufgaben statt echten Matches. Das sorgt bis zum Ende für einen leicht bitteren Beigeschmack, da der eigentliche Kern des Spiels zu kurz kommt. Zusätzlich wird die große Charakterauswahl kaum genutzt, wodurch das Gefühl entsteht, dass hier mehr Potenzial vorhanden gewesen wäre. Mit zukünftigen Updates könnte sich das noch ändern – etwa durch einen erweiterten Story-Modus oder stärkere Einbindung weiterer Figuren. Aktuell bleibt aber das Gefühl, dass hier mehr drin gewesen wäre.

Vielseitiger Multiplayer mit kleinen Einschränkungen

Abseits des Abenteuermodus kannst du alle Spielmodi sowohl lokal als auch online spielen. Gerade lokal hat Camelot ganze Arbeit geleistet: Das Spiel ist leicht zugänglich, bietet viele Anpassungsmöglichkeiten und eignet sich perfekt für Runden mit Freunden oder der Familie. Online fällt das Angebot allerdings etwas kleiner aus. Hier beschränken sich die Modi auf die Grundlagen, etwa mit oder ohne spezielle Mechaniken wie die „Euphoric-Schläger“. Es wäre wünschenswert gewesen, alle Inhalte auch online verfügbar zu machen. Lokal hingegen ist das Angebot deutlich umfangreicher und lässt sich grob in Modi für Einsteiger und Fortgeschrittene unterteilen. Wenn du eine echte Herausforderung suchst, sind Turnier und Missionen genau das Richtige. Während der Turniermodus klassische Wettkämpfe mit steigender Schwierigkeit bietet, verlangt dir der Missionsmodus einiges ab: Hier geht es nicht nur ums Gewinnen, sondern darum, unter speziellen Bedingungen bestimmte Ziele zu erreichen. Für entspanntere Runden gibt es ebenfalls genug Auswahl. Im Freien Spiel kannst du unkompliziert Matches austragen, während der „Gincana“-Modus mit kreativen Varianten für Abwechslung sorgt. Der Realismus-Modus setzt dagegen auf Bewegungssteuerung mit den Joy-Cons – chaotisch, manchmal anstrengend, aber definitiv unterhaltsam. Unterm Strich bietet der Multiplayer vor allem lokal ein starkes Gesamtpaket, während der Online-Bereich etwas hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.

Gelungene Balance statt Chaos

In den letzten Teilen hatte man oft das Gefühl, dass sich die Mario-Tennis-Reihe zu stark in Richtung Mario Kart entwickelt – mit zu vielen Gimmicks, die das eigentliche Tennisspiel in den Hintergrund drängen. Besonders in Aces wirkte das stellenweise überladen. In Fever ist das deutlich besser gelöst. Die sogenannten Euphorie-Schläger bringen zwar zusätzliche Dynamik ins Spiel, ohne aber das Grundprinzip zu überdecken. Statt reines Chaos zu erzeugen, entsteht eine Art Spiel im Spiel: Setzt du die Fähigkeit ein, musst du auch mit den Konsequenzen leben, wenn dein Gegner kontert. Gelingt es deinem Gegenüber, den Schlag zurückzuspielen, kann sich der Effekt sogar gegen dich wenden. Dadurch entsteht ein spannendes Risiko-Belohnungs-System, das das Gameplay erweitert, ohne es unnötig kompliziert zu machen. Hier hat Camelot genau die richtige Balance gefunden.

Trailer


Fazit

Mario Tennis Fever ist kein perfektes Spiel. Die Online-Modi haben ihre Schwächen und auch die wiederholte Nutzung einiger Charaktere fällt auf. Trotzdem schaffst du es kaum, eine Partie zu beenden, ohne direkt die nächste starten zu wollen – und genau das sagt eigentlich alles. Viele Kritikpunkte entstehen eher aus Erwartungen als aus echten Versprechen, die das Spiel nicht einlöst. Camelot gelingt hier ein guter Mittelweg: neue Ideen, ohne das Gameplay aus den Augen zu verlieren. Das stimmt optimistisch für die Zukunft der Reihe. Am Ende ist Mario Tennis Fever genau das, was es sein will: ein Spiel, das vor allem im Multiplayer glänzt und einfach Spaß macht – besonders gemeinsam mit anderen. Also: Konsole an, Controller in die Hand und spielen. Nicht zerdenken – einfach genießen.


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