ICARUS: Console Edition

PlayStation 5

Mit ICARUS: Console Edition bringt Dean Hall sein kompromissloses Survival-Erlebnis endlich auf Konsolen – ein Spiel, das dich mit harter Progression, tödlichen Wetterbedingungen und konsequentem Ressourcenmanagement herausfordert.

 

Ein starker Einstieg mit wenig Tiefe

Ikarus sollte einst die „zweite Erde“ werden – ein Symbol menschlicher Ingenieurskunst und Terraformung. Doch das Projekt scheiterte: Die Luft wurde giftig, die Tierwelt gefährlich und das Klima unberechenbar. Was bleibt, ist ein lebensfeindlicher Planet voller seltener Ressourcen, die dennoch Profit versprechen. Hier kommst du ins Spiel. Als sogenannter Prospector begibst du dich auf diesen feindlichen Planeten, um wertvolle Rohstoffe zu bergen – immer mit dem Risiko, alles zu verlieren. Der Name Ikarus ist dabei kein Zufall: Wie im Mythos scheitert auch hier der menschliche Größenwahn an seinen eigenen Grenzen. Die Geschichte liefert damit einen soliden Rahmen, um die Welt und ihre Gefahren zu verstehen. Gleichzeitig bleibt sie aber eher im Hintergrund und dient vor allem als Ausgangspunkt für das eigentliche Spielgeschehen. Wie in vielen Survival-Games steht nicht die Handlung im Fokus, sondern das, was du daraus machst. Trotzdem funktioniert das Setting: Es gibt deinen Aktionen einen klaren Kontext und fügt sich stimmig in Atmosphäre und Gameplay ein.

Kompromissloses Survival mit dynamischem Wetter

Icarus zeigt dir eine feindliche Welt, in der du nichts dem Zufall überlassen kannst. Das Gameplay ist bewusst langsam und fordernd: Zwischen aggressiven Raubtieren und einer gnadenlosen Umgebung musst du jeden Schritt planen, wenn du überleben willst. Das Herzstück des Spiels sind die dynamischen Wetterereignisse. Plötzliche Stürme können deine Mission jederzeit gefährden und zwingen dich, schnell Schutz zu suchen – sei es in selbstgebauten Unterkünften, unter dichter Vegetation oder in Höhlen. Letztere bieten zwar Sicherheit, bringen aber mit der sogenannten Höhlenkrankheit einen eigenen Nachteil mit sich. Besonders brutal: Das Wetter bedroht nicht nur dich, sondern auch deine Bauwerke. Starke Stürme können deine Basis beschädigen oder komplett zerstören – und damit Stunden an Arbeit in wenigen Minuten zunichtemachen. Die Wetterlagen sind in drei Stufen unterteilt (grün, gelb, rot) und unterscheiden sich je nach Biom deutlich. In der Wüste erwarten dich Sandstürme, in eisigen Regionen Schneestürme und im Regenwald heftige Unwetter. Diese Ereignisse sorgen für konstante Spannung, vor allem wenn eine Warnung vor einer drohenden Katastrophe erscheint. Zusätzlich wirkt sich das Wetter direkt auf die Spielwelt aus: Starke Winde reißen Bäume um, Blitze können Brände auslösen. Genau diese Dynamik macht die Welt lebendig – und jederzeit unberechenbar.

Langsamer Fortschritt mit viel Tiefe

Ein Punkt, der nicht jedem gefallen wird, ist das sehr gemächliche Vorankommen, vor allem in den ersten Stunden. Du verbringst viel Zeit damit, grundlegende Ressourcen zu sammeln, bevor sich das Spiel wirklich öffnet. Das gehört hier aber bewusst zum Konzept. Dein Fortschritt teilt sich in zwei Systeme auf: den Projektbaum, in dem du neue Bau- und Crafting-Rezepte freischaltest, und den Fähigkeitenbaum, mit dem du deinen Spielstil spezialisierst. Erfahrung sammelst du durch typische Survival-Aktivitäten wie Holzfällen, Jagen oder Ressourcenabbau. Wichtig ist: Du kannst nicht alle Fähigkeiten freischalten. Das ist Absicht und soll im Multiplayer für klare Rollenverteilungen sorgen. Spielst du allein, gibt es dafür einen eigenen Talentbaum, der das Solo-Erlebnis spürbar erleichtert. Dein Charakter bleibt dauerhaft erhalten und kann in verschiedene Welten mitgenommen werden – inklusive aller Fortschritte. Unterstützt wirst du dabei von einem gut gemachten In-Game-Guide, der dir Crafting und Hintergrundinfos verständlich erklärt. Neben Hunger, Durst und Sauerstoff musst du auch deine Körpertemperatur im Blick behalten. Gerade in extremen Biomen brauchst du passende Ausrüstung, um zu überleben. Beim Spielmodus hast du die Wahl zwischen Open World für freies Spielen und Basisbau, Missionen im Extraction-Stil mit klaren Zielen und Zeitdruck und Sandbox, wenn du entspannt bauen und experimentieren willst. Dazu kommen Bossgegner, die dir erst begegnen, wenn du stark genug bist, sowie vorbereitbare Ausrüstung und Boni, die du vor jeder Mission ausrüsten kannst. Unterm Strich bietet Icarus ein tiefes, aber bewusst entschleunigtes Fortschrittssystem, das Geduld verlangt – dich dafür aber langfristig belohnt.

Technische Schwächen mit Lichtblicken

Technisch ist Icarus leider die größte Baustelle. Besonders in den ersten Minuten kommt es häufig zu deutlichen Framerate-Einbrüchen, bei denen die Spielwelt teilweise fast einfriert. Diese Instabilität zieht sich durch das gesamte Erlebnis und kann den Spielfluss spürbar stören. Dazu kommen grafische Fehler und ein Animationssystem, das vor allem bei Kreaturen noch unausgereift wirkt. Das reißt dich immer wieder aus der Immersion. Am störendsten sind jedoch die Menüs: Sie reagieren träge, sind unübersichtlich und wirken insgesamt nicht sauber umgesetzt. Ein Teil dieser Probleme dürfte sich durch Patches beheben lassen – einige stehen bereits im Fokus der Entwickler. Andere Baustellen, wie die Animationen oder die allgemeine Reaktionsfähigkeit der Welt, werden jedoch deutlich schwieriger zu verbessern sein. Trotzdem gibt es auch positive Ansätze. Besonders die Umgebungsphysik weiß zu überzeugen. Beim Bauen musst du auf Stabilität achten: Setzt du zum Beispiel eine Brücke falsch, stürzt sie unter ihrem eigenen Gewicht ein. Genau solche Details zeigen, welches Potenzial im Spiel steckt.

Starke Atmosphäre mit kleinen Brüchen

Die künstlerische Gestaltung von Icarus schwankt zwischen gelungen und inkonsequent. Besonders positiv fällt das Sounddesign auf: Die Umgebungsgeräusche wirken sehr immersiv, und der Soundtrack unterstützt die Stimmung genau dort, wo es nötig ist – vor allem in spannenden Momenten. Beim Bestiarium zeigt sich jedoch ein gemischtes Bild. Einerseits begegnest du kreativen, mutierten Kreaturen, die perfekt zur Sci-Fi-Welt passen und für echte Überraschungen sorgen. Andererseits tauchen auch sehr gewöhnliche Tiere wie Wölfe auf, die in dieser fremdartigen Umgebung etwas fehl am Platz wirken. Zwar lässt sich das Konzept erklären, doch es nimmt der Welt stellenweise etwas von ihrem besonderen Reiz. Trotzdem bleibt die Vielfalt hoch, und insgesamt bietet das Spiel eine große Auswahl an unterschiedlichen Kreaturen. Unterm Strich überzeugt Icarus atmosphärisch vor allem durch seinen Sound und viele starke Einzelideen, auch wenn es nicht überall stilistisch ganz rund wirkt.

Trailer:


Fazit

Icarus macht von Anfang an klar: Hier gibt es keine entspannten Spaziergänge. Dich erwartet ein gnadenloses Survival-Erlebnis, in dem tödliche Stürme, aggressive Raubtiere und eine unerbittliche Spielwelt dich ständig unter Druck setzen. Jeder Schritt will gut geplant sein – und genau das sorgt für einen intensiven, oft richtig packenden Adrenalinkick. Allerdings musst du dich auch mit den Schwächen arrangieren. Die Technik wirkt noch unausgereift, mit spürbaren Framerate-Einbrüchen, umständlichen Menüs und einem sehr langsamen Einstieg, der Geduld verlangt. Auch das Bestiarium wirkt nicht immer ganz stimmig. Trotzdem bleibt Icarus ein faszinierendes Hardcore-Survival-Spiel, das vor allem erfahrene Spieler abholt, die genau diese Herausforderung suchen. Wenn du neu im Genre bist, solltest du wissen, worauf du dich einlässt – denn dieser Trip kann schnell ziemlich hart werden.


Kommentare: Not available!
ICARUS: Console Edition
ICARUS: Console Edition
ICARUS: Console Edition
ICARUS: Console Edition
ICARUS: Console Edition
ICARUS: Console Edition
ICARUS: Console Edition
ICARUS: Console Edition
ICARUS: Console Edition
ICARUS: Console Edition
ICARUS: Console Edition
ICARUS: Console Edition
ICARUS: Console Edition