
Tailor Simulator versetzt dich in die Rolle einer angehenden Schneiderin oder eines Schneiders, der sich ein eigenes Modegeschäft aufbauen möchte. Statt hektischer Action oder komplexer Story setzt das Spiel auf Handwerk, Planung und den langsamen Aufbau eines Geschäfts. Da sich der Titel aktuell im Early Access befindet, bekommst du bereits ein spielbares Fundament – aber noch kein vollständig ausgereiftes Gesamtpaket.
Story und Rahmen – Vom Atelier zur Boutique
Eine klassische Story mit dramatischen Wendungen gibt es nicht. Der narrative Rahmen ist schlicht: Du startest mit einem kleinen Atelier, wenig Kapital und ersten Aufträgen. Dein Ziel ist es, dir einen Namen zu machen, neue Kundschaft zu gewinnen und dein Geschäft Schritt für Schritt auszubauen. Kleinere Texte und Kundenanfragen sorgen für etwas Kontext. Manche Kunden bringen persönliche Wünsche oder besondere Anforderungen mit, was dem Spiel einen leichten erzählerischen Touch verleiht. Dennoch bleibt die Handlung funktional – der Fokus liegt klar auf dem Gameplay.

Gameplay – Zuschneiden, Nähen, Verkaufen
Das Herzstück von Tailor Simulator ist der Herstellungsprozess. Du nimmst Maß, wählst Stoffe aus, schneidest Muster zu und nähst Kleidungsstücke zusammen. Dabei musst du auf Genauigkeit achten, denn Fehler wirken sich auf die Qualität und Kundenzufriedenheit aus. Zusätzlich verwaltest du dein Geschäft. Du kaufst Materialien ein, legst Preise fest und entscheidest, welche Kleidungsarten du anbietest. Mit wachsendem Erfolg kannst du neue Maschinen freischalten oder dein Atelier erweitern. Das Gameplay ist angenehm entschleunigt. Du arbeitest Auftrag für Auftrag ab und optimierst deine Abläufe. Allerdings sind einige Systeme noch nicht vollständig ausbalanciert. Manche Arbeitsschritte wirken aktuell etwas vereinfacht, während andere unnötig umständlich erscheinen.
Early Access – Solide Basis mit Potenzial
Im aktuellen Early-Access-Zustand ist Tailor Simulator gut spielbar, zeigt aber klar, dass noch Arbeit bevorsteht. Es gibt kleinere Bugs, gelegentliche Interface-Probleme und ein Wirtschaftssystem, das noch Feintuning benötigt. Positiv ist, dass bereits Updates erschienen sind, die Performance verbessert und kleinere Komfortfunktionen ergänzt haben. Auch zusätzliche Kleidungsoptionen und neue Stoffe wurden nachgereicht. Dennoch fehlt es noch an inhaltlicher Tiefe, etwa durch komplexere Kundeninteraktionen oder saisonale Trends. Wenn du Early Access bewusst spielst und Geduld mitbringst, bekommst du ein Projekt mit erkennbarer Vision. Wer jedoch ein vollständig ausgereiftes Wirtschaftssimulationsspiel erwartet, sollte möglicherweise noch abwarten.

Grafik und Sound
Grafisch bewegt sich das Spiel im Indie-Bereich. Dein Atelier ist detailreich genug gestaltet, um glaubwürdig zu wirken, ohne visuell zu überfordern. Stoffe und Kleidungsstücke sind sauber modelliert, auch wenn Texturen teilweise noch einfach wirken. Animationen beim Nähen oder Zuschneiden sind solide, könnten aber noch flüssiger sein. Insgesamt passt die Optik zur ruhigen Simulation, wirkt aber stellenweise noch etwas unfertig. Akustisch setzt das Spiel auf eine ruhige Hintergrundkulisse. Nähmaschinen rattern, Stoff raschelt, Scheren schneiden – diese Details tragen zur Immersion bei. Die Musik bleibt dezent und begleitet dich unaufdringlich durch den Arbeitstag. Mehr musikalische Abwechslung oder dynamischere Soundelemente würden dem Spiel langfristig guttun, doch aktuell erfüllt der Sound seine funktionale Rolle.
Trailer


















