
Am 10. Februar 2026 erscheint das Metroidvania des Entwicklers Elden Pixels und Publishers Acclaim, Inc., das dich mit Humor unterhalten und mit schweren Bosskämpfen frusten wird. In meiner Review erzähle ich dir mehr zum Spiel.
Vertraute Wurzeln, eigener Ton
The Prisoning: Fletcher’s Quest versucht keineswegs, das Metroidvania-Genre neu zu definieren. Viele Elemente des Leveldesigns, der Weltstruktur und der grundlegenden Spielmechaniken stammen klar aus dem bekannten Baukasten, den Genre-Fans längst verinnerlicht haben. Das ist jedoch alles andere als ein Nachteil. Titel wie Shovel Knight, Animal Well, Hollow Knight oder dessen Nachfolger Silksong zeigen eindrucksvoll, dass es nicht auf radikale Neuerfindung ankommt, sondern auf eine starke Umsetzung, kluge Designentscheidungen und einen eigenen Stil. Genau hier reiht sich The Prisoning: Fletcher’s Quest mühelos ein. Was das Spiel wirklich von anderen Genrevertretern abhebt, ist sein Ton. Es nimmt sich selbst zu keinem Zeitpunkt ernst. Der Humor ist bewusst absurd, die Geschichte angenehm schräg. Du findest dich nach einer völlig eskalierten Therapiesitzung im Kopf eines überarbeiteten Spieleentwicklers wieder – und in dieser Welt scheint schlicht nichts zu verrückt zu sein. Dieses Gefühl zieht sich durch jeden einzelnen Raum. Kleine Gnome stürmen aus Türen auf dich zu, kopfüber hängende Jungen werfen Fische nach dir, und kahlköpfige Zauberer feuern Schädel ab, als wäre das völlig alltäglich. Auch die Dialoge tragen ihren Teil dazu bei: Sie sind kurz, pointiert und genau lang genug, um die Stimmung zu tragen, ohne den Spielfluss zu bremsen. Das Ergebnis ist eine durchgehend skurrile Atmosphäre, die dich immer wieder schmunzeln lässt und motiviert, neugierig die nächste Herausforderung anzugehen.

Klassisches Gameplay mit cleverem Twist
Spielerisch fühlt sich The Prisoning: Fletcher’s Quest wie ein bewusst altmodisches Metroidvania an, das stark an die klassischen Mega Man-Spiele aus der NES-Ära erinnert. Dieses Gefühl entsteht nicht nur durch das geforderte Tempo und die präzise Steuerung, sondern auch durch den klar strukturierten Aufbau der Levels, die Raumübergänge und den starken Fokus auf Schusswechsel. Nahezu jeder Raum funktioniert wie ein kleines, in sich geschlossenes Rätsel, das erst durch richtiges Positionieren, Timing und Planung gelöst wird. Besonders clever ist dabei die Funktionsweise der Pistole. Du kannst erst dann erneut schießen, wenn dein Schuss einen Gegner oder ein Objekt getroffen hat. Je näher du also an deinem Ziel bist, desto schneller kannst du feuern. Das wirkt zunächst ungewohnt, entfaltet aber schnell seine strategische Tiefe. Die Level sind so gestaltet, dass du sie meist auf unterschiedliche Weise angehen kannst. Entweder spielst du aggressiv, springst mitten ins Geschehen und nutzt schnelle Schüsse aus nächster Nähe, was effektiv, aber auch riskant ist. Oder du bleibst auf Abstand, gehst bedacht vor und räumst die Räume Schritt für Schritt auf. Keine dieser Herangehensweisen ist grundsätzlich überlegen, was dem Gameplay ein angenehmes Maß an Freiheit und Entscheidungsvielfalt verleiht.Abwechslungsreiche Gegner und fordernde Bosskämpfe
Einer der größten Spaßfaktoren in The Prisoning: Fletcher’s Quest sind ganz klar die Gegner. Schon früh begegnet dir eine erstaunlich große Vielfalt an völlig unterschiedlichen Feindtypen. Zu Beginn triffst du auf scheinbar harmlose Kanonen, die dreimal getroffen werden müssen und in festen Abständen Projektile abfeuern. Für sich genommen wirken sie simpel, doch clever in einem Raum platziert, können sie schnell zu ernsthaften Hindernissen werden. Mit fortschreitendem Spiel kommen immer absurdere Gegnertypen hinzu: Zauberer, die zielsuchende Schädel beschwören, laufende Bomben mit großem Explosionsradius, stachelige Helme, die unbeirrbar auf dich zustürmen, und viele weitere bizarre Kreaturen. Jeder Gegner verhält sich anders und zwingt dich dazu, deine Taktik ständig anzupassen. Dieses Wechselspiel hält das Gameplay frisch und sorgt dafür, dass sich kaum ein Raum gleich anfühlt. Die Bosskämpfe setzen diesen Ansatz konsequent fort und sind angenehm altmodisch herausfordernd – und genau das ist als Kompliment gemeint. Meist brauchst du mehrere Versuche, um einen Endgegner zu besiegen, hast dabei aber stets das Gefühl, dass der Erfolg greifbar ist. Es geht darum, Muster zu erkennen, Geduld zu beweisen und im richtigen Moment zuzuschlagen. Der erste Bosskampf ist dafür ein perfektes Beispiel: Ein Pferd, das man buchstäblich in den Unterleib treffen muss, während es Projektile abfeuert, Kastanien wirft und hektisch durch die Arena stürmt. Anspruchsvoll? Definitiv. Aber gerade diese Mischung aus Schwierigkeit und Fairness macht den Sieg am Ende umso befriedigender.

Grafik und Sound:
Das Spiel verzeiht kaum Fehler. In vielen Situationen reichen ein oder zwei Treffer aus, um dich zurückzuwerfen. Trägst du jedoch deinen Cowboyhut, kannst du einen zusätzlichen Schlag einstecken, was kleinen, aber spürbaren Spielraum schafft. Dadurch fühlt sich jeder Kampf ernst und konzentriert an, und das Wiederfinden einer Sodamaschine – an der du speichern kannst – wird regelmäßig zu einer echten Erleichterung. Im Verlauf des Spiels sammelst du verschiedene Gegenstände, die dir entscheidende Vorteile verschaffen. Manche bieten einfache Verbesserungen, andere öffnen wortwörtlich neue Bereiche der Welt, etwa eine Münze, die dir den Zugang zu weiteren Levels ermöglicht. Komplexe Labyrinthe solltest du dabei nicht erwarten, doch wenn du aufmerksam spielst und deine Umgebung im Blick behältst, kommst du zügig voran. Optisch überzeugt The Prisoning: Fletcher’s Quest mit einem ausgesprochen starken Stil. Die Pixelgrafik ist scharf, die Level und Räume sind abwechslungsreich gestaltet und wechseln sich in einem angenehmen Tempo ab, sodass sich kaum Monotonie einstellt. Zwar hätte man die Anzahl der Räume stellenweise etwas reduzieren können, doch es fühlt sich nie wie unnötige Streckung an. Besonders hervorzuheben sind die Animationen, vor allem die der Gegner, die mit mehreren, oft humorvollen Bewegungen ausgestattet sind und der Welt viel Charakter verleihen. Abgerundet wird das Ganze von einem stimmigen Chiptune-Soundtrack, der die bizarre Atmosphäre perfekt unterstützt.Trailer:
Insgesamt ist The Prisoning: Fletcher’s Quest ein überraschend starkes und in sich geschlossenes Metroidvania. Mit seinem eigenwilligen Humor, dem abwechslungsreichen Gegnerdesign, dem präzisen Gameplay und der markanten Präsentation spricht das Spiel sowohl erfahrene Genre-Fans als auch Neueinsteiger an und erweist sich als klare Empfehlung.











