S.E.M.I. – Side Effects May Include...

PC, Shadow PC

Am 23. Januar 2026 erschien das Action-Plattformer des Entwicklers und Publishers Two Horn Unicorn, bei dem du als Patient skurrile Dinge erlebst. In meiner Review erzähle ich dir mehr.

Story und Handlung

Die Story steht klar am Anfang und bildet das Herzstück von S.E.M.I.. Du befindest dich in einer Situation, die stark an medizinische Tests, Experimente oder Therapien erinnert, ohne dass dir jemals alles eindeutig erklärt wird. Informationen erhältst du bruchstückhaft über Texte, Umgebungen, Gespräche und Ereignisse, die sich nicht immer logisch anfühlen. Genau daraus entsteht der Reiz: Du weißt nie genau, was real ist, was Einbildung sein könnte und welche Rolle du selbst eigentlich spielst. Die Handlung beschäftigt sich mit Themen wie Kontrolle, Nebenwirkungen, Identitätsverlust und Vertrauen in Systeme. Statt einer klaren Auflösung setzt das Spiel auf Unsicherheit und Interpretation, was sehr gut zum Titel passt.

Gameplay:

Spielerisch ist S.E.M.I. bewusst reduziert. Du bewegst dich durch verschiedene Szenarien, interagierst mit Objekten, triffst kleinere Entscheidungen und löst einfache Aufgaben. Klassische Herausforderungen oder komplexe Mechaniken gibt es kaum. Das Gameplay dient in erster Linie dazu, die Geschichte zu transportieren und dich durch unterschiedliche Zustände und Perspektiven zu führen. Dadurch fühlt sich das Spiel eher wie eine interaktive Erfahrung als wie ein klassisches Videospiel an. Wer viel spielerische Abwechslung erwartet, könnte enttäuscht sein, wer sich auf Atmosphäre und Erzählung einlassen kann, wird gut abgeholt. S.E.M.I. überzeugt vor allem durch seine dichte Atmosphäre und die konsequente Umsetzung seiner Themen. Story, Grafik und Sound greifen gut ineinander und erzeugen ein beklemmendes Gesamtgefühl. Das Spiel traut sich, Fragen offen zu lassen und den Spieler nicht an die Hand zu nehmen. Das sehr reduzierte Gameplay und der fehlende klare Handlungsbogen könnten viele Spieler abschrecken. Wer Antworten, Abwechslung oder klassische Spielmechaniken sucht, wird sich schnell unterfordert fühlen. Auch der Umfang ist eher kompakt, was die Erfahrung intensiv, aber kurz hält.

Grafik und Sound:

Grafisch setzt S.E.M.I. auf einen minimalistischen, teils sterilen Stil. Klare Formen, reduzierte Farben und bewusst kühle Umgebungen unterstreichen das medizinische und experimentelle Thema. Technisch ist die Präsentation eher einfach, wird aber sehr gezielt eingesetzt. Veränderungen in der Umgebung, Verzerrungen oder kleine visuelle Brüche haben oft eine erzählerische Funktion und spiegeln deinen mentalen Zustand wider. Der Sound ist ein zentraler Bestandteil der Erfahrung. Unruhige Hintergrundgeräusche, subtile Effekte und sparsam eingesetzte Musik erzeugen eine konstante Anspannung. Stille wird bewusst genutzt und wirkt oft unangenehmer als jede Melodie. Akustisch trägt das Spiel stark dazu bei, dass du dich beobachtet, kontrolliert oder unsicher fühlst, ohne auf laute Effekte oder klassische Horrormittel zurückzugreifen.

Trailer

 


Fazit

S.E.M.I. – Side Effects May Include... ist kein Spiel für jeden, sondern eine bewusst unangenehme, nachdenkliche Erfahrung. Du bekommst keine klare Geschichte, keine klassische Unterhaltung und kaum spielerische Tiefe, dafür aber eine dichte Atmosphäre und starke thematische Aussagen. Wenn du narrative Indie-Spiele magst, die mit Unsicherheit, Wahrnehmung und psychologischer Spannung spielen, ist S.E.M.I. eine interessante und eindringliche Erfahrung. Wer hingegen vor allem spielen möchte, sollte seine Erwartungen anpassen.


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