Obenseuer - Early Access Version

PC, Shadow PC

Am 11. Dezember 2018 erschien das Urban Survival RPG Spiel des Entwicklers und Publishers Loiste Interactive als Early Access Version, das dich nicht an die Hand nimmt und bei dem überleben wichtig ist. In meiner Review erzähle ich dir mehr. 

Die Stadt wirkt lebendig, aber feindselig

Im Mittelpunkt von Obenseuer steht ein namenloser Protagonist, der in einer heruntergekommenen, surrealen Stadt lebt. Der Alltag besteht aus scheinbar banalen Aufgaben: Essen finden, Miete zahlen, den eigenen mentalen Zustand stabil halten. Doch genau diese Routinen sind es, die Obenseuer so wirkungsvoll machen. Hinter jeder Handlung lauert das Gefühl, dass etwas nicht stimmt – die Stadt wirkt lebendig, aber feindselig, vertraut und gleichzeitig zutiefst verstörend. Spielerisch verlangt Obenseuer Geduld und Eigeninitiative. Es gibt kaum Erklärungen oder klare Ziele – vieles muss durch Ausprobieren, Beobachten und Scheitern gelernt werden. Das kann frustrierend sein, ist aber Teil des Konzepts. Wer sich darauf einlässt, entdeckt nach und nach eine komplexe Welt voller Geheimnisse, subtiler Story-Fragmente und verstörender Begegnungen.

Unsauberkeiten verstärken den Eindruck von Verfall

Obenseuer ist ein ungewöhnliches Indie-Spiel, das sich jeder klaren Genre-Schublade entzieht. Es kombiniert Lebenssimulation, Erkundung, Survival-Elemente und psychologischen Horror zu einer dichten, oft beklemmenden Erfahrung, die lange im Gedächtnis bleibt. Die Präsentation ist bewusst roh gehalten. Der grafische Stil ist düster, kantig und erinnert eher an ein Fiebertraum-Gemälde als an klassische Spielästhetik. Technisch ist das Spiel nicht perfekt, doch genau diese Unsauberkeiten verstärken den Eindruck von Verfall und Orientierungslosigkeit. Der Sound spielt dabei eine zentrale Rolle: Knarrende Geräusche, entfernte Stimmen und eine sparsam eingesetzte, unruhige Musik erzeugen eine konstant angespannte Atmosphäre.

Early Access dient zum wachsen

Obenseuer wurde von Anfang an als langfristiges, sich entwickelndes Projekt konzipiert. Der Early Access dient nicht nur dazu, Inhalte schrittweise hinzuzufügen, sondern auch, das Spiel gemeinsam mit der Community zu formen. Viele Systeme – etwa Alltagssimulation, mentale Zustände, Events in der Stadt oder neue Orte – wurden und werden iterativ erweitert. Obenseuer hat sich vom frühen Prototypen zu einer deutlich tieferen und lebendigeren Simulation entwickelt. Neben klassischen Bugfixes und Performance-Verbesserungen bringen die letzten Updates echte Gameplay-Erweiterungen wie neue Pflanzen, Items, ein optionales Sucht-System und mehr Interaktionen mit NPCs. Viele Kernelemente (z. B. der Bazaar-Bereich) sind jedoch weiterhin in Arbeit – als Teil der fortlaufenden Early-Access-Entwicklung.

Trailer:

 


Fazit

Obenseuer ist kein Spiel für jeden. Wer klare Anleitungen, Komfortfunktionen oder klassische Erfolgserlebnisse sucht, wird sich schwer tun. Für Spielerinnen und Spieler jedoch, die experimentelle Indie-Titel, atmosphärischen Horror und langsames, bedeutungsschweres Erkunden schätzen, ist Obenseuer ein faszinierendes, mutiges und zutiefst eigenständiges Erlebnis. Wenn du bereit bist, dich auf Ungewissheit und Unbehagen einzulassen, belohnt dich das Spiel mit einer der ungewöhnlichsten Stimmungen, die das Indie-Genre zu bieten hat.


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