Mortal Shell

PC

Mortal Shell erschien am 18. August für ein Jahr zeitexklusiv im Epic Store, das Souls-like Rollenspiel von Hidetaka Miyazaki erweckt zu Beginn ein eher trauriges Bild, bis man es selbst spielt und näher betrachtet.

Kein Clone, sondern was ganz Besonderes

Mortal Shell erweckt zu beginn den Eindruck als würde es sich um eine billige Kopie von Dark Souls handeln, doch das ist es nicht. Es ist eher eine Hommage mit eigenen Ideen das vermutlich wie viele Perlen etwas untergeht, daher mein Geheimtipp an alle Souls-Like Fans, auch wenn ihr keine Epic Fans seid, lasst euch dieses Spiel auf keinen Fall entgehen. Spielerisch ändert sich zu anderen Games wie Sekiro, Dark Souls usw. kaum was, wir haben schwache und starke Angriffe, können Angriffen ausweichen, Items zu uns nehmen usw. Sterben wir, haben wir nur eine Chance unsere „Tar“ wieder einzusammeln, ehe wir sie für immer verlieren.

Viel zu erkunden in der Halb-offenen Welt

Die Halb-offenen Gebiete in Mortal Shell laden zum Erkunden ein, Gänge, Tunnel, Abkürzungen und Dungeons sorgen für eine leichte gruselige Atmosphäre vollgepackt von Gegnern die einem das Leben wirklich schwer machen. Die Details sind für so ein kleines Team sehr schön in der Welt verteilt, vor allem in der doch recht dunklen Welt kommen die Lichteffekte von kleineren Lagerfeuer sehr gut rüber. Auch klanglich sind die Gebiete sehr gut abgestimmt, im Wald hört ihr bspw. immer wieder Vogelgezwitscher usw.

Pilze und Händler

In der Welt von Mortal Shell läuft es etwas anders ab wie in den meisten Souls-like Spielen, so findet ihr hier Pilze die ihr pflücken könnt um bspw. eure Lebensenergie zu regenerieren oder aber ihr sucht einfach einen Händler auf und besorgt euch bei dem allerlei nützliches. Das Problem an den Pilzen ist, dass sie nach einem Cool down an Ort und Stelle nachwachsen. Dies kann unter umständen das Spiel etwas zu leicht machen.

Kämpfer und Skillbaum

In Mortal Shell müsst ihr euch nicht, wie bei den meisten Spielen mit dem selben Genre, für eine bestimmte Klasse sofort entscheiden, ihr findet nämlich nach und nach vier Hüllen gefallener Kämpfer, die ihr zu euch nehmen müsst, die sich dann in Basiswerten wie Gesundheit, Ausdauer und Entschlossenheit unterscheiden. Mit „Tar“ und den Skillpunkten, die ihr fürs Erlegen von Feinden bekommt, schaltet ihr eine sieben charakterspezifische Fähigkeit frei.

Harros, den Vassallen ist der klassische Durchschnittsritter, dessen zusätzliche Skills sich um das defensive Verhärten-Feature dreht und euer erster heroische Gegner sein wird. Salomon, der Gelehrte ist der Entschlossenheitsexperte und eignet sich eher für riskante und auf Konfrontation gebürstete Spieler. Eredrim ist der Panzer der Gruppe, ihn haut so schnell nichts um, durch seine Zähigkeit besitzt er aber eine geringere Ausdauer als die anderen Kämpfer. Tiel begünstigt dagegen mit endlos langer Ausdauerleiste ewige Angriffsserien und flinke Ausweichrollen, zudem lernt er mit der Zeit, beim Sprinten seinen Ausdauer-Pool nicht anzuzapfen und löst sich bei seinem Ausweichschritt für einen Moment in einer Rauchwolke auf.

Viel Abwechslung und das Kampfsystem

Jeder Kämpfer spielt sich anders in Mortal Shell und bietet daher sehr viel Abwechslung, selbst wenn drei Fähigkeiten bei allen Kämpfern gleichbleiben, nämlich ein Tritt, eine Art Sprungangriff und die Fähigkeit, nach einem Tod einmal mehr in seine Hülle zurückzukehren. Anders hingegen verhält sich aber das Kampfsystem, welches zu beginn den meisten sicherlich etwas schwerer fallen wird, als bei ähnlichen Titeln. Haltet ihr nämlich die Taste für den starken Angriff, verzögert euer Charakter den Schlag ein wenig. Sofern ihr nicht panikmäßig auf den Knöpfen rumdrückt, könnt ihr das Timing der Schlagserie selbst bestimmen. Ihr könnt sogar ein Kombo unterbrechen, etwa durch eine Sprungattacke oder das Wechseln zu einer anderen Waffe und danach nahtlos weitere Schläge loslassen, so lange eure Ausdauer reicht. Die Versteinerung bspw. kann auch mitten im Angriff - sogar in der Luft - erfolgen. Sobald ihr den Knopf loslasst oder die Verhärtung durchbrochen wird, vollendet eure Figur dann ihren Angriff mit voller Wucht. Beobachtet ihr zu dem euren Gegner, könnt ihr strategisch vorgehen und euch gut überlegen, ob ihr pariert, den Schlag in Steinform wegsteckt oder an welcher Stelle der Gegnerkombos man seinen Feind zum Taumeln bringt.

Entschlossenheits-System

Mit erfolgreichen Attacken ladet ihr eine entsprechende Anzeige auf und pariert ihr mit einem vollen Entschlossenheitsbalken, ist der Weg für einen verheerenden Konter frei, der je nach ausgestattetem Siegel einen von vier Effekten mitbringt. Das beginnt bei der eigenen Heilung und geht dann über zu einer Haftbombe, die selbst Endgegnern schon mal ein Viertel ihrer Energieleiste abziehen, oder besonders verheerende Attacken, bei denen euer geisterhafter Avatar aus seiner Hülle springt und sich auf den Feind stürzt. Das alles hat nicht nur folgen für euer Gegner, sondern sieht auch sehr spektakulär aus.

Orientierungslos und versteckte Gegner

In der schönen düsteren Welt gibt es wie oben schon erwähnt viele dunkle Orte, die nur minimal belichtet sind, es ist oft sehr schwer die Orientierung nicht zu verlieren, ein schöner Trampelweg wäre wünschenswert gewesen, zumindest empfand ich es so, zu dem sieht man oft die Gegner sehr schlecht, die sich gut in ihrer Umgebung tarnen können, selbst wenn die Karte etwas breiter gestaltet wurde.

Trailer:


Fazit

Mortal Shell ist vielleicht nicht für Hardcore Fans von Soul-Like Spielen, doch dafür sehr benutzerfreundlich und auch für die geeignet die bspw. Sekiro und Co. wegen des Schwierigkeitsgrades gemieden haben. Denn die Gegner sind wesentlich einfacher zu besiegen und auch das Gameplay ist etwas langsamer als gewohnt. Ich selber war zwar ein großer Fan von Sekiro und Nioh, weil mir das Setting einfach gefiel, konnte dafür aber mit Dark Souls nichts anfangen. Mortal Shell hingegen bringt neuen Wind in das Genre und kann mit seinen neuen Ideen überzeugen und bietet genug Spielstunden die einen für sicherlich 25-40 Stunden Unterhalten. Sieht man sich dann das junge Indie-team an mit ca. 15 Entwickler, kann man nur sagen, Hut ab für die Glanzleistung.


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