Vector Thrust

Spielenswerte Action-Flugsimulationen sind "Ace Combat" oder "H.A.W.X.", aus deren Windschatten mit "Vector Thrust" ein interessanter Indie-Titel herandüst, der nach einer Early-Access-Phase auf der Online-Plattform Steam nun zusätzlich als Retail-Version in den Händlerregalen landet.

Umfangreiche Luftschlachten

"Vector Thrust" hat viel Inhalt an Bord: Insbesondere Anhänger moderner Kampfjets werden bei über 45 Typen mit weit mehr als 200 Ausführungen vor Freude hohe Luftsprünge machen. Diese müssen aber erst mal durch Erfolge freigeschaltet werden. Die Auswahl an spielbaren Modi ist ebenso beachtlich, sowohl für Einzel- als auch für Mehrspieler. Zudem kommen Bastler dank des integrierten Editors voll auf ihre Kosten und können relativ einfach für regelmäßigen Missionsnachschub sorgen. Das Spiel hat also durchaus Potenzial, zu einem Liebling unter Fans von Arcade-Flugsimulationen aufzusteigen – eine aktive und begeisterungsfähige Community vorausgesetzt.

Der Kampagnenmodus wird mit seinen trockenen Briefings und fehlender Tiefe zwar schwach präsentiert, bietet aber dafür stellenweise interessante Missionsabläufe. Wer einfach nur zufallsbasierte Einsätze sucht, wird im Schnellen Spiel prompt bedient. Kampfszenarien der Vergangenheit oder fiktive Schlachten werden in einem weiteren verfügbaren Modus geboten, ebenso wie Skirmish-Gefechte, wo Missionen mit individuellen Einstellungsmöglichkeiten erstellt werden dürfen.

Am meisten weiß der Herausforderungsmodus mit über 180 Zielen zu gefallen, der für lange Zeit motivieren kann. Ganz nebenbei können an dieser Stelle neue Flugzeugtypen freigeschaltet und viele der insgesamt 129 Steam-Erfolge errungen werden. Ein bestimmendes Spielspaß-Pendant sollte die Mehrspieler-Option mit klassischem Deathmatch, Team-Deathmatch, Last Man Standing sowie Last Team Standing sein. Leider herrscht in den Lobbys zum Testzeitpunkt gähnende Leere, weswegen auf eine aussagekräftige Mehrspielerwertung verzichtet werden muss.

Feuer frei!

Der Umfang ist also beachtenswert, doch leider ist "Vector Thrust" spielerisch kein Überflieger. Auf lästige Start- und Landemanöver wird verzichtet, das Fluggerät befindet sich von Beginn an in luftigen Höhen. Statt einer detaillierten Cockpit-Perspektive mit Blick auf die Instrumente und Anzeigen, gibt es lediglich eine simple Innenperspektive sowie die übersichtliche Außenansicht. Die optionale HUD-Kamera hat spielerisch keinen Sinn, sondern ist vielmehr für gelegentliche Schauwerte zuständig. Hauptsächlich kümmert sich der Spieler mit besonderem Augenmerk auf die hilfreichen Spielanzeigen wie Radar oder Feindmarkierungen um Richtung sowie Geschwindigkeit des Flugzeugs, feuert Primär- und Nebenwaffen ab, weicht Raketen aus und giert nach links oder rechts. 



Theoretisch sollen die Maschinen in "Vector Thrust" mit nur wenigen Tasten und überschaubaren Funktionen mit Maus und Tastatur oder Gamepad simpel und intuitiv beherrschbar sein. Leider offenbaren sich in der Praxis große Schwächen, die genau das verhindern und sich auch nach einer gewissen Eingewöhnungsphase nur schwer absprechen lassen. Gegen die beweglichen Boden- und Luftziele kommt man immer wieder in die Bredouille, weil sich die Gegner selbst für einen Arcade-Titel sehr merkwürdig bewegen und fragwürdige Wege einschlagen. Kämpfe werden so zur zähen Angelegenheit, arten in Arbeit aus und sind nur selten kurzweilig. 

Scheinbar einfache Scharmützel ziehen sich unnötig in die Länge und nehmen mitunter mehrere Minuten in Anspruch. Das liegt aber auch daran, dass abgefeuerte Raketen trotz Zielfixierung nur dann ins Schwarze treffen, wenn man sich unmittelbar hinter dem Widersacher befindet und dieser kein waghalsiges Manöver vollführt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Spieler sollten daher ein gewisses Maß an Geduld mitbringen. Doch wer sich darauf einlässt und sich trotz dieser schwierigen Verhältnisse anpasst, kann sehr viel Spaß über den virtuellen Wolken erleben. Erfolgserlebnisse bei geglückten Abschüssen wirken umso größer, weil es dem Piloten alles andere als leicht gemacht wird. Der Schwierigkeitsgrad ist nämlich nicht anpassbar.

Schöne Flugzeugmodelle

Optisch setzt der Titel auf eine bunte Cel-Shading-Grafik. Während sämtliche Flieger hübsch anzusehen sind, kann man das von der Spielumgebung nicht immer behaupten. Denn je näher der Boden kommt, desto mehr fallen hässliche und matschige Texturen ins Auge, die noch von weiter oben einen deutlich besseren Eindruck hinterlassen haben. Explosionen und andere Effekte sind dafür solide gestaltet. Auffällig ist, dass trotz deutscher Textauswahl viele Anzeigen nicht übersetzt wurden. Die englische Sprachausgabe in den Missionsbesprechungen und Funksprüchen ist ordentlich, darüber hinaus ist die Musikuntermalung gelungen. Leider gibt es qualitativ bei den Waffengeräuschen große Unterschiede, beispielsweise wirken Schüsse aus Nebenwaffen oft dürftig.


Fazit

"Vector Thrust" ist eine interessante Action-Flugsimulation, die sich an beinharte Fans des Genres richtet. Der Umfang stimmt, es gibt viele und vor allen Dingen gelungene Modelle, der Herausforderungsmodus weiß zu gefallen, und ein Editor für garantierten Nachschub ist auch noch dabei. Wenn sich zukünftig noch etwas am merkwürdigen Verhalten der KI-Gegner ändert, sich die Multiplayer-Lobbys füllen und anpassbare Schwierigkeitsstufen nachgereicht werden, könnte der Titel noch sein volles Potenzial ausschöpfen und für viele Spieler zu einem echten Überflieger werden.(Christian Schmitz)


Kommentare:
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2017-07-12 14:18:31... - jamal

jamalfawaka


2016-10-06 00:10:11... - youcef

give it to me for free (°-°)


2015-07-25 10:54:54... - Michal

super


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