I am Bread - Der Toast-Simulator

Die Auswahl an Videospiel-Simulationen ist mittlerweile genauso reichhaltig und kurios wie die gut riechende Auslage beim Bäcker. Wurden vor einiger Zeit noch Umsetzungen für Lastkraftwagen oder Landwirtschaftsmaschinen belächelt, geht der Trend mittlerweile hin zu völlig anderen Exoten wie Ziegen oder Brot. Letzteres wird unlängst in "I am Bread: Die Toastsimulation" behandelt.

Zutaten des Spiels

In der nunmehr erhältlichen Handelsversion stecken sämtliche Inhalte, die dem Programm während einer Early-Access-Phase bereits in kleinen Happen hinzugefügt wurden. Doch auch bei der Disc-Version ist zwingend eine Internetverbindung erforderlich, um das Spiel über die Online-Plattform Steam zu aktivieren. Außer einem dünnen Heft mit den nötigsten Hinweisen liegt noch ein Wendeposter bei. Der Mehrwert gegenüber der Download-Fassung fällt also eher gering aus. 

Auf sieben Karten wie Küche, Wohnzimmer oder Schlafzimmer werden sechs kurzweilige Modi geboten. Nach wenigen Stunden sollte die Langzeitmotivation nachlassen, denn "I am Bread" bietet relativ wenig Umfang für Motivationsschübe. Ziel im Story-Modus ist es, getoastet zu werden. Was theoretisch einfach klingen mag, ist in der Praxis sehr herausfordernd und nervenaufreibend. So muss statt des normalerweise dafür vorgesehenen Toasters schon mal das zerstörbare Fernsehgerät oder das Bügeleisen herhalten. 

Das Brot klettert und kraxelt an Wänden entlang, schwingt über weite Abgründe, Stühle oder andere Möbelstücke und Hindernisse. Doch Vorsicht ist geboten, weil jeder Fehler hart bestraft wird. Jegliche Berührung mit dem Fußboden, Speiseresten, Ameisen oder sonstigen Spielverderbern zehrt deutlich an der Genießbarkeit. Erst wenn die Weißbrotschnitte möglichst schadlos in kurzer Zeit von beiden Seiten hundertprozentig geröstet wird, gilt der Level als erfolgreich absolviert. 

Beim Kringelrennen kann man als rundes Gebäck kurze Kontrollpunkterennen meistern. Die Zeitlimits sind hier besonders knackig. Im Randalemodus soll in der frischen Ummantelung eines Baguettes für möglichst viel Zerstörung gesorgt werden. Die Käsejagd beinhaltet die Suche eines Knäckebrots nach Aufschnitt. Zusätzlich gibt es noch einen Modus, in dem die Schwerkraft außer Kraft gesetzt ist, sowie das gemütliche Freispiel ohne Zeitdruck. 



Brotzeit für Abenteurer

Ein hilfreiches Tutorial führt in die Spielmechaniken des Titels ein. Schnell wird klar, dass sich das Geschehen mit dem Gamepad deutlich besser bändigen lässt, als mit Tastatur und Maus. Außerdem sollten insbesondere zu Beginn noch die Tasten eingeblendet werden, um die Aktionen besser zu koordinieren. Von einer angenehmen Bedienung kann trotzdem zu keinem Zeitpunkt die Rede sein, weil die Kameraperspektive permanent mit einem Stick nachjustiert werden muss. Mit dem anderen Stick wird das Brot geschubst oder geschwungen, mit den Schultertasten gegriffen, und festgehalten schließlich mit den vier Aktionstasten. Am ehesten ist diese Bedienung vergleichbar mit Octodad (http://www.dlh.net/de/spiele-tests/1598/octodad-dadliest-catch--ps4-.html), im direkten Vergleich bewegt man sich bei "I am Bread" leider ungleich holpriger durch die Spielumgebung. 

Die Spielidee einer Brotsimulation sorgt wegen witziger Elemente für Lacher. Schließlich scheint das Gebäck beim Klettern über eine stetig nachlassende Ausdauer zu verfügen und fällt irgendwann kraftlos zu Boden. Verhindert werden kann das beispielsweise durch Marmelade, die eine gewisse Klebkraft verleiht. Wer sich also auf die nicht ganz ernstzunehmende Umsetzung einlässt, wird sicherlich einige spaßige Momente erleben.

Versemmelte Technik

Grafisch zeigt sich der Titel sehr simpel und kommt ohne viel Schnickschnack daher. Umgebung und Objekte sind einfach gezeichnet, wirken insgesamt wie aus dem Baukasten hergestellt. Deutlich spannender sind die Physikeffekte, denn überall sind wippende Stühle, zerstörbare Objekte wie Geschirr oder bewegliche Gegenstände wie Skateboards verteilt. Wer sein Brot ins Ziel bringen will, sollte sich mit ihren Vor- und Nachteilen auseinandersetzen. Mit logischem Sachverstand haben diese Spielereien wenig zu tun, die immer wieder zu kuriosen Szenen führen. Beispielsweise kann mit etwas Schwung ein umkippender Stuhl als Überbrückung einer großen Distanz genutzt werden. Die Soundeffekte sind im Gegensatz zur eintönigen Musikuntermalung stellenweise ziemlich knusprig, besonders hörenswert etwa bei einer heruntergefallenen Scheibe Knäckebrot.


Fazit

Mit Essen spielt man nicht! So haben es mir meine Eltern schon von Kindesbeinen an beigebracht. Trotzdem überkam mich die Neugierde, und "I am Bread" fand schließlich den Weg auf meine Festplatte; immerhin interessieren sich Mama und Papa nicht für Videospiele. Die wenigen Stunden gestalten sich garantiert kurios und sind auf eine ganz spezielle Weise sogar unterhaltsam. Leider vermiest die anstrengende Bedienung die Brotzeit.


Kommentare:
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2016-03-03 17:17:04... - Blove

key


2015-07-15 20:48:12... - Goood :D

Good :d


2015-06-26 16:08:53... - b

b


2015-06-26 13:16:47... - xd

xd


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