Strike Suit Zero: Director´s Cut (PS4)

Die Weltraum-Action-Schlachten von „Strike Suit Zero“ konnten bei ihrem letztjährigen Debüt auf heimischen Computern nicht überzeugen, was u. a. am völlig unausgewogenen Schwierigkeitsgrad lag. Doch siehe da: Mit der nötigen Feinarbeit und unter Beihilfe einer fleißigen Community wird aus der ambitionierten Enttäuschung doch noch ein spielenswerter Geheimtipp.

 

Kampf um die Erde, Version 2299

Der Hauptplot ist auch im überarbeiteten „Director´s Cut“ trotz Umstrukturierungen gegenüber der PC-Version kein Überflieger. Unser Planet Erde ist nämlich in einen interstellaren Krieg verwickelt worden, diesmal im Jahr 2299. Als Kampfpilot nimmt der Spieler seinen Platz in den sogenannten Strike Suits ein, Kampfschiffe mit praktischer Transformationsfähigkeit, um die Bedrohung durch die Rebellen mit ihrem außerirdischen Artefakt zurückzuschlagen. Ansonsten passiert in der 13 Missionen umfassenden Einzelspielerkampagne plus der Bonuszugabe „Helden der Flotte“ mit fünf weiteren Herausforderungen fast alles genauso wie in unzähligen anderen Weltraum-Spielen bereits durchlebt. Den Unterschied innerhalb der sechs- bis zehnstündigen Flugzeit machen langweilige Dialoge per Funk von austauschbaren wie blassen Figuren und der daraus resultierenden Emotionslosigkeit. Völlig lieblos ist dies zusammengebunden mit einer Endlosschleife gängiger Klischees. Erzählerisch ist das Universum noch kühler geraten, als es schon in Wirklichkeit ist.

 

Mech on-the-fly

Spielerisch ist „Strike Suit Zero“ hingegen sehr kurzweilig und lässt die Finger glühen. Wichtigste Änderung gegenüber der ursprünglichen PC-Fassung dürfte der nunmehr spürbar entschärfte Schwierigkeitsgrad sein, wobei dieser selbst auf der leichten Stufe immer noch herausfordernd bleibt. Von einer stumpfen Ballerorgie sind die Kämpfe gegen zahlreiche und regelmäßig nachrückenden Gegnerwellen weit entfernt, vielmehr gilt es, taktisch sinnvoll die Fähigkeiten und Waffensysteme effektiv einzusetzen. Zu den Widersachern gehören auch riesige Schlachtschiffe sowie Sternenkreuzer, deren hartnäckige Offensiv- und Defensivsysteme unschädlich gemacht werden müssen.



Gerade diese Begegnungen machen Spaß, wenn beispielsweise während einer Schlacht mit etlichen Beteiligten die eigene Flotte gegen herannahende Torpedos verteidigt wird, während feindliche Jäger unnachgiebig aus allen Rohren feuern. Für Abschüsse belohnt sich der Spieler mit Flux und kann zeitweise als Roboter deutlich stärker austeilen, wobei die eigenen Abwehrkräfte dann deutlich geschwächt sind. Hierbei erleichtert das Markierungssystem den Pilotenalltag ungemein, denn so wird auf Knopfdruck zwischen den Rebellen hin- und hergeschaltet. Spieler sollte darüber hinaus immer den Blick auf Schild, Panzerung und Energie haben, ansonsten setzen die automatischen Speicherpunkte den Spielstand zurück und die Scharmützel beginnen an vorheriger Stelle vom Neuen. In erster Linie bestehen die abwechslungsreichen Missionen aus Zerstörungs- und / oder Schutzaufgaben. Schade ist, dass der Weltraum hier nicht frei erkundbar ist, sondern strickt auf die Abarbeitung von vorgegebenen Zielen setzt. Präzise manövriert wird das Kampfgerät dabei via Verfolgerperspektive oder der Cockpit-Ansicht.

 

Technisch verbessert

Grafisch wurde ordentlich nachgebessert. Sowohl Texturen, Schiffsmodelle, Beleuchtung als auch Explosionseffekte konnten verschönert werden. Animierte Charakterportraits werden leider noch immer vermisst, die lustlos vorgetragenen Funksprüche bleiben also statischer, als sie sein müssten. Gelegentliche Ruckeleinlagen stören den Spielfluss kaum. Interessante Randnotiz: Die Mechs wurden von Junji Okubo gestaltet, der bereits für „Steel Battalion“ ein gutes Design wählte. Für den stimmungsvollen Soundtrack zeichnen ehemalige Entwickler von „Homeworld“ verantwortlich und verleiht dem Weltraum den notwendigen atmosphärischen Schub. „Strike Suit Zero: The Director´s Cut“ ist ausschließlich per Download zu erwerben.

 

Offizieller Strike Suit Zero: Director´s Cut Trailer


Fazit

Auch „Strike Suit Zero: The Director´s Cut“ gehört zu den Spielen, die mit ihrem Potenzial und den erkennbaren Ambitionen in mir die Sehnsucht nach größeren Zielen wecken. Leider holen sie mich auch relativ schnell auf den Boden der Tatsachen zurück: Ich will das Weltall gerne auf eigene Faust und frei erkunden, stattdessen werde ich ins enge Missionskorsett gepresst. Und selten hat mich eine Story so kalt gelassen, wie hier geschehen. War es denn nicht möglich, motivierte Sprecher aufzutreiben sowie gleichzeitig animierte Charakterportraits bei den eingeblendeten Funksprüchen zu präsentieren? Anscheinend nicht, was bei den kurzweiligen Flugeinsätzen mehr als schade ist. Wer das einigermaßen ausblenden kann, der wird trotzdem freudige Stunden mit dem Titel haben. (Christian Schmitz)


Kommentare:
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2014-05-29 03:41:54... - max

ola


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