The Night of the Rabbit (Preview)

The Night of the Rabbit (Preview)

(Daedalic Entertainment)

geschrieben von Christian Schmitz

Grundlage für diese Preview: Beta-Version Januar 2013

 

     
 

Im neuen Abenteuer der Genre-Experten Daedalic und Matthias Kempke ("What Makes You Tick") sollen Kinderträume in Erfüllung gehen, nach aktuellem Stand im 2. Quartal 2013. In einer spielbaren Preview-Version warteten bereits durchdachte Rätsel in der fabelhaften Welt von Mauswald auf die richtige Lösung. Das Abenteuer hat durchaus Potenzial, seine Spieler zu verzaubern.

Die fabelhafte Welt des Jerry Haselnus

Jeremias "Jerry" Haselnuss genießt das unbeschwerte, idyllische Landleben zusammen mit seiner Mutter und die letzten Tage der Sommerferien. Schon im Alter von 12 Jahren bekommt er ein Ausbildungsplatzangebot, das kein Menschenkind in seinem Alter so einfach ausschlagen kann. Der menschengroße weiße Hase Marquis de Hoto ernennt ihn kurzerhand zum Zauberlehrling. Im nächsten Moment schlendern beide schon durch die quietschbunte Märchenwelt von Mauswald. Hier leben Fuchs, Eichhörnchen, Eule, Maulwurf, Frosch, Igel und Maus als sprechende Fabelwesen friedlich im Einklang mit der Natur. Doch schon bei ersten Gesprächen wird klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Woher kommen all die Krähen, die Mauswald heimsuchen? Welchen Plan verfolgt der Zauberlehrmeister wirklich und wie kann der böse Magier Zaroff von seinen finsteren Machenschaften abgehalten werden?

Auf den ersten Blick erscheint "The Night of the Rabbit" noch als reines Kinderspiel, nach einigen Spielstunden können wir jedoch feststellen: Auch erfahrene Adventure-Hasen sollten aus ihrem Bau hervorhoppeln. Ansonsten entgehen voreingenommenen Löffelohren nicht nur clevere Rätsel, sondern witzige Dialoge voller Wortwitz und Anspielungen. Beispielsweise prangt an der Litfaßsäule ein Aufruf eines gewissen "Anonymaus".



Alles ein Mausklick

Wie schon die gelungene spielbare Einführung mit einem unscheinbaren Radioapparat treffend zusammenfasst: Alles lässt sich mit einem Klick steuern. Bevor Jerry nämlich die ersten großen Schritte in der Spielwelt macht, meldet sich die gut gelaunte Stimme eines Radiomoderators bei ihm und erklärt so grundlegende Spielmechaniken. Dabei nimmt der intelligente Mauszeiger bereits viel Arbeit ab, denn wie man mit Objekten interagieren kann, wird optisch angezeigt. Genre-typisch werden interessante Gegenstände per linkem Mausklick im Inventar oder direkt in der Spielwelt benutzt und miteinander kombiniert, um auf des Rätsels Lösung zu kommen. Im schön aufgeräumten Inventar lassen sich per Rechtsklick weitere nützliche Details zum jeweiligen Objekt entlocken: Beispielsweise bekommt der Spieler den Tipp, dass Hagebutten unheimlich cool, aber gleichzeitig auch total nutzlos sein können oder man bekommt erklärt, wie beruhigend Baldriantropfen wirken. Bei der Steuerung wurde also nicht herumexperimentiert, sondern Daedalic setzt vernünftigerweise auf bekannte Genrestandards. So führt zum Beispiel ein beherzter Doppelklick auf Ausgänge zum sofortigen Schauplatzwechsel.

Aufträge entpuppen sich als weitaus komplexer, als anfangs gedacht: Um im Spielverlauf voranzuschreiten, wird ein Wassergefährt benötigt. Bei der Schreinerei der Igel-Brüder, die uns "Holzlich" Willkommen heißen, steht idealerweise ein solches parat - jedoch in unvollendeter Form. Dafür verantwortlich ist der garstige Kobold, der das Werkzeug gestohlen hat. Diesem gilt es nicht nur, diese Gerätschaften wieder abzunehmen, sondern auch noch ihn zu vertreiben, damit die Fertigstellung in entspannter Atmosphäre vonstatten gehen kann. Wenig später an der geschlossenen Schleuse offenbaren sich weitere Hindernisse, nämlich ein riesiger Fisch sowie fehlendes Paddel und Anker.

Inmitten solch einfallsreicher Kombinationsknobeleien mischen sich auch immer wieder Dialogrätsel. Steckt Jerry einmal fest, bietet "The Night of the Rabbit" eine Handvoll Hilfen an. Zum einen das zusammenfassende Tagebuch und zum anderen eine gut integrierte Hotspotfunktion, die entweder durch Betätigung der Leertaste oder durch Nutzung der gelochten Münze im Inventar aufgerufen werden kann. Netter Nebeneffekt beim Durchgucken: Nicht nur alle Interaktionsmöglichkeiten auf dem Bildschirm werden deutlich sichtbar markiert, sondern die Spielwelt offenbart in dieser Ansicht sogar versteckte, mit bloßem Auge nicht wahrnehmbare Objekte.

Gewohnte Schönheit

Auch grafisch kann "The Night of the Rabbit" schon zum jetzigen Zeitpunkt durchaus begeistern. So sind alle Objekte, Figuren sowie Schauplätze mit einer außerordentlichen Liebe zum Detail gezeichnet und letztere obendrein mit hübschen Effekten wie Nebel, Schnee oder fließenden Gewässern versehen. Unter die anfängliche Farbenfrohheit mischen sich im Spielverlauf aber auch düstere Töne, sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Das Zwischenergebnis ist eine in sich stimmige Märchenspielwelt, der typische Daedalic-Charme setzt sich wieder einmal durch. Die deutsche Sprachausgabe kommt gewohnt hochwertig daher genau wie die eingängige Musikuntermalung. Für zusätzliche Motivation sorgen u. a. versteckte Hörbuchgeschichten, Sticker, Sammelkarten sowie Achievements. Die Boxversion soll außerdem noch exklusive Kaufanreize, etwa eine klassische Retro-Code-Abfrage, Poster und Soundtrack-CD beinhalten.

 

 


Fazit

"The Night of the Rabbit" offenbart schon jetzt fabelhaftes Potenzial: Fantasievolle Schauplätze, Wortwitz an allen Ecken und Enden, clevere Rätsel, sympathische Figuren sowie eine passende Musikuntermalung sind Grundlagen für einen weiteren Höhepunkt aus dem Hause Daedalic. Dabei hat man sich eindeutig von "Alice im" Wunderland inspirieren lassen, lässt aber mehr als genügend eigene Ideen einfließen, um als eigenständiges Spiel durchzugehen. Bis zur geplanten Veröffentlichung im 2. Quartal 2013 bleibt noch genügend Zeit für den nötigen Feinschliff und die Integrierung versprochener Komfortfunktionen (Hilfesysteme, Tagebuch, usw.). Junge und alte Point-and-Click-Adventure-Hasen sollten diesen Titel unbedingt im Auge behalten. (18.02.2013)


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The Night of the Rabbit
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