MXGP 26 - The Official Game

Shadow PC, PC

„MXGP 26 – The Official Game“ bringt die Motocross-Serie mit überarbeiteter Physik, dynamischen Strecken und deutlich verbesserter Präsentation zurück auf die Rennstrecke.

 

Grafik – Deutlicher Sprung dank Unreal Engine 5

Mit „MXGP 26 – The Official Game“ schaltet Nacon technisch einen Gang höher. Die Entwicklung wurde vollständig an Artefacts Studio übergeben, erstmals kommt die Unreal Engine 5 zum Einsatz und das Ziel ist klar: Die Serie soll einen deutlichen Schritt nach vorne machen. Bereits die erste Szene vor dem Rennen macht diesen Anspruch sichtbar. Die Strecke von Pietramurata im Trentino wird mit ihren abfallenden Wiesen und der lebendigen Umgebung beeindruckend in Szene gesetzt. Während die Kamera über das Gelände gleitet, schwenken Zuschauer ihre Fahnen und Feuerwerke sorgen für zusätzliche Atmosphäre. Die Tribünen sind deutlich voller und vermitteln erstmals überzeugend das Gefühl eines echten Motorsport-Events. Auch der Schlamm wirkt wesentlich realistischer. Die Strecken verformen sich unter den Rädern der Fahrer in Echtzeit, während Regen Fahrer und Motorräder schnell mit einer sichtbaren Schlammschicht überzieht. Im Vergleich zum Vorgänger ist der technische Fortschritt dadurch kaum zu übersehen. Ganz ohne Schwächen bleibt die Präsentation allerdings nicht. Vereinzelt kommt es zum typischen Pop-in von Umgebungsdetails, während im Pause- und Fotomodus ein auffälliger Unschärfeeffekt feine Strukturen mitunter wie durch einen Schleier wirken lässt. Nichts davon ist wirklich gravierend, zeigt aber, dass zwischen dem hohen technischen Anspruch und der tatsächlichen Umsetzung noch ein kleiner Abstand besteht.

Gameplay – Neue Physik mit anspruchsvoller Lernkurve

Das Herzstück der Überarbeitung von „MXGP 26“ ist die Physik. Gewicht und Traktion wurden grundlegend überarbeitet, während die Fahreranimationen nun unabhängig vom Motorrad auf Belastungen reagieren. Auch die Streckenverformung spielt eine größere Rolle: Der Untergrund verändert sich in Echtzeit und damit auch die Ideallinie von Runde zu Runde. Du musst Deine Fahrweise und Strategie entsprechend immer wieder anpassen. Sand wird dabei erstmals als physikalische Oberfläche behandelt und nicht mehr nur als Textur. Hinzu kommen weitere Verbesserungen, die auf dem Feedback der Spieler basieren, darunter mehr Stabilität in Spurrillen, ein anpassbares Sichtfeld, ein dynamisches Fahrerlager sowie spezielle Lackierungen und freischaltbare Aufkleber. Auch die Luftsteuerung wirkt authentischer, während Du beim Aufsetzen endlich das Gewicht der Maschine deutlich spürst. Allerdings fehlt „MXGP 26“ noch etwas von der natürlichen Flüssigkeit älterer Serienteile. Beim Herausbeschleunigen aus Kurven kann das Vorderrad stärker nach außen driften als erwartet, während Berms und bestimmte Streckenbegrenzungen teilweise sehr streng reagieren. Gerade zu Beginn führen kleinere Berührungen dadurch überraschend schnell zu Stürzen. Die Lernkurve ist entsprechend steil und verlangt Geduld, was zwar kein grundsätzlicher Kritikpunkt sein muss, aber zeigt, dass das Fahrmodell noch nicht überall die nötige Feinabstimmung erreicht. Dafür sorgen einige kleine Details für zusätzliche Authentizität. Der Start ist beispielsweise eine eigene kleine Choreografie: Ein grüner Bereich zeigt Dir die optimale Drehzahl an, damit Du die Kupplung nicht überlastest. Triffst Du genau den richtigen Punkt, winkt ein überzeugender Holeshot. Auch die Wiederholungen bieten interessante Perspektiven, etwa aus der Vogelansicht über das gesamte Fahrerfeld. Wer Kurven zu stark abkürzt, wird zudem mit einer Verlangsamungsstrafe belegt, die funktioniert, ohne den Rennfluss unnötig zu stören. Es sind solche kleinen Elemente, die „MXGP 26“ trotz seiner noch vorhandenen Schwächen eine eigene Persönlichkeit verleihen.

Anpassung und Umfang – Viel Freiheit, aber keine echte Karriere

Die umfangreichen Assistenz- und Steuerungsoptionen sind ein echter Lichtblick für Simulationsfans. Du kannst die Längsgewichtssteuerung, verschiedene Flugsteuerungen und die Gewichtsverteilung individuell anpassen oder sämtliche Hilfen vollständig deaktivieren. Damit lässt sich das Fahrverhalten erfreulich genau auf die eigenen Vorlieben und Fähigkeiten abstimmen. Auch bei der optischen Anpassung bietet „MXGP 26“ zahlreiche Möglichkeiten. Helme, Stiefel, Hosen, Trikots, Handschuhe und Brillen stammen unter anderem von bekannten Marken wie Oakley, Alpinestars, Fox, Scott, Airoh und Arai und lassen sich farblich individuell gestalten. Gleiches gilt für die 16 lizenzierten Motorräder aus den Klassen MXGP und MX2, die von Herstellern wie KTM, Yamaha, Honda, Kawasaki, Husqvarna, GasGas, Triumph und Fantic stammen. Der Fortschritt basiert auf Tickets, die Du durch Events und Aufgaben verdienst und anschließend für neue Inhalte einsetzt. Ergänzt wird das System durch den „Reise“-Bereich mit Abzeichen aus den Kategorien Meisterschaft, Zeitfahren und Lifestyle. Das funktioniert ordentlich und wirkt stimmiger als im Vorgänger, ersetzt allerdings keine vollwertige Karriere. Genau hier liegt eine der größten Schwächen von „MXGP 26“. Einen klassischen Karrieremodus oder ein vergleichbares „My Team“-System gibt es nicht. Auch eine langfristige Teamentwicklung, die Dich über viele Saisons hinweg motiviert, fehlt. Für einen Rennsimulator, der langfristig fesseln möchte, ist das eine spürbare Lücke. Der „Compound“ bietet zwar einen frei befahrbaren Trainingsbereich abseits der 19 offiziellen Strecken, bleibt derzeit aber ebenfalls recht unausgereift. Konkrete Herausforderungen oder strukturierte Trainingsprogramme fehlen, wodurch der Bereich eher wie eine Baustelle als wie ein vollständig ausgearbeitetes Feature wirkt.

Spielmodi und Lizenzen – Solide Basis mit kleinen Schwächen

„MXGP 26“ bietet Einzelrennen im Grand-Prix-Stil, die vollständige Meisterschaft des Kalenders 2026 in den Klassen MXGP und MX2, Zeitfahren sowie einen Online-Multiplayer für bis zu zehn Fahrer. Das Lobby-System fällt dabei erfreulich unkompliziert aus und ermöglicht einen schnellen Einstieg in gemeinsame Rennen. Weniger überzeugend präsentiert sich die KI. Die Gegner starten teilweise zu zurückhaltend und zeigen auch während der Rennen nicht immer ein natürliches Fahrverhalten. In einigen Kurven bleiben sie auffällig starr, während die Fahreranimationen des eigenen Motorrads deutlich dynamischer wirken. Auch Kollisionen fallen mitunter zu heftig aus: Schon eine leichte Berührung kann zu einem unverhältnismäßigen Sturz führen. Hinzu kommen gelegentliche Fehler beim Respawn, durch die Du nach einem Sturz an ungünstigen Stellen wieder auf die Strecke gesetzt wirst. Technisch gibt es dagegen einige positive Aspekte. Die Bildrate auf dem PC ist insgesamt ordentlich, auch wenn noch Optimierungspotenzial besteht. Besonders die Podiumssequenzen nach einem Sieg wirken gelungen, etwa wenn die Trikots sichtbar im Wind wehen. Gleichzeitig sorgen kleinere Fehler für unfreiwillige Immersionsbrüche. So kann es beispielsweise vorkommen, dass in einer Vorabsequenz ein Ducati-Ingenieur auftaucht, obwohl Du eine Yamaha fährst. Auch die synchron ausgeführten Gesten mehrerer Fahrer in Zwischensequenzen wirken wenig natürlich. Bei der offiziellen Lizenzierung liefert „MXGP 26“ dennoch eine solide Grundlage. 19 Strecken aus dem Kalender 2026 stehen zur Verfügung und unterscheiden sich auch beim Untergrund deutlich – vom vulkanischen Boden in Bariloche über Sandstrecken auf Sardinien und in Arnheim bis hin zum deutschen Hardpack und dem britischen Schlamm in Foxhills. Die 16 lizenzierten Werksmotorräder decken die großen Hersteller der Weltmeisterschaft ab, während Partner wie Pirelli, Dunlop, Liqui Moly und Monster Energy für zusätzliche Authentizität sorgen. Mit maximal 20 Fahrern fällt das Starterfeld allerdings kleiner aus als bei den realen Rennen. Auch die FIM-Motocross-Weltmeisterschaft der Frauen ist erneut nicht vertreten.

Trailer


Fazit

„MXGP 26: The Official Game“ schwankt zwischen Begeisterung und Zurückhaltung, zeigt aber deutlich, dass NACON aus den Schwächen des Vorgängers gelernt hat. Der technische und spielerische Sprung fällt enorm aus: Die überarbeitete Physik, die dynamischen Strecken und die deutlich bessere Atmosphäre verleihen der offiziellen MXGP-Lizenz wieder das nötige Gewicht. Ganz ausgereift ist der Simulator allerdings noch nicht. Gerade beim Fahrgefühl in Kurven, bei der KI, den technischen Details und der fehlenden Tiefe im langfristigen Spielverlauf gibt es noch Luft nach oben. Vieles wirkt daher eher wie der Beginn einer neuen Entwicklung als wie deren endgültiger Abschluss. Wenn Du Motocross liebst und bereit bist, kleinere Schwächen und mögliche Verbesserungen durch kommende Updates in Kauf zu nehmen, bietet „MXGP 26“ bereits jetzt eine deutlich bessere Grundlage als der Vorgänger. Wer dagegen eine rundum ausgereifte Simulation erwartet, muss sich noch etwas gedulden. Die versprochene Wiedergeburt der Serie hat jedoch begonnen – jetzt muss die weitere Entwicklung zeigen, wohin die Reise geht.


Kommentare: Not available!
MXGP 26 - The Official Game
MXGP 26 - The Official Game
MXGP 26 - The Official Game
MXGP 26 - The Official Game
MXGP 26 - The Official Game
MXGP 26 - The Official Game
MXGP 26 - The Official Game
MXGP 26 - The Official Game