
„ACE COMBAT 8: WINGS OF THEVE“ verbindet spektakuläre Luftkämpfe, eine umfangreiche Kampagne und einen deutlich ausgebauten Multiplayer zu einem actionreichen Flugabenteuer für Fans und Neueinsteiger.
Story – Ein Krieg zwischen Himmel und Erde
„Ace Combat 8“ führt Dich zurück nach Usea, einige Jahre nach den Ereignissen rund um Trigger aus „Ace Combat 7“. Die Region versinkt erneut im Chaos, nachdem das benachbarte Sotoa zunächst mehrere Machtzentren aus dem Orbit bombardiert und anschließend eine groß angelegte Invasion gestartet hat. Du schlüpfst in die Rolle eines namenlosen Piloten, der auf dem letzten noch einsatzfähigen Flugzeugträger der Alliierten landet. An Deiner Seite steht zunächst Cope, der unter dem Titel „Wings of Theve“ als großes Fliegerass von Usea gilt. Sein Ruf dient allerdings vor allem dazu, die Moral der Bevölkerung aufrechtzuerhalten. Bereits bei Deinem ersten Einsatz wird seine Staffel von sotoanischen Jägern abgefangen. Cope kommt dabei ums Leben, doch sein Bewusstsein verbindet sich auf mysteriöse Weise mit Deinem und begleitet Dich fortan. Nun liegt es an Dir, seinen Titel zu übernehmen und den Verlauf des Krieges zu wenden. Damit legt „Ace Combat 8“ den Grundstein für eine deutlich stärker ausgearbeitete Kampagne. Die bekannten Missionsbriefings bleiben erhalten, werden jedoch durch umfangreiche, in der Engine gerenderte Zwischensequenzen ergänzt. Diese enthalten zahlreiche Dialoge und teilweise interaktive Abschnitte, wodurch die Charaktere und Fraktionen stärker in den Mittelpunkt rücken. Gleichzeitig sorgen die ruhigeren Momente zwischen den Einsätzen für mehr Abwechslung und verleihen der vergleichsweise langen Kampagne zusätzliche Tiefe. Natürlich bleibt „Ace Combat“ seiner Tradition treu: Dramatische Wendungen, pathetische Dialoge und gelegentlich kitschige Sprüche gehören weiterhin zum Gesamtpaket. Überraschend gut funktioniert die Inszenierung dennoch und trägt die Geschichte bis zum finalen Showdown.Weniger überzeugend sind für mich die wiederkehrenden Themen rund um Propaganda, Desinformation und Megakonzerne sowie einige Handlungsstränge, die deutlich an „Skies Unknown“ erinnern. Insgesamt schöpft „Ace Combat 8“ bewusst aus der Vergangenheit – sowohl bei der Erzählung als auch beim Gameplay.

Gameplay – Verfeinertes Flugmodell und neue Möglichkeiten
Das Flugmodell wurde im Vergleich zum Vorgänger leicht überarbeitet. Die bekannte enge Kurve ist weiterhin vorhanden, fällt jedoch etwas kontrollierter aus und ermöglicht weniger aggressive Post-Stall-Manöver. Gleichzeitig vermittelt das Flugzeug bei Kursänderungen stärker das Gefühl von Gewicht. Die gewohnt zugängliche Arcade-Steuerung und die übersichtliche Benutzeroberfläche bleiben erhalten und sorgen weiterhin für ein direktes und ausdrucksstarkes Fluggefühl. Auch beim Fuhrpark setzt „Ace Combat 8“ größtenteils auf bekannte Flugzeuge. Über den umfangreichen Freischaltbaum kannst Du neue Maschinen, Spezialwaffen und Komponenten freischalten, mit denen sich verschiedene Werte anpassen lassen. Eine interessante Neuerung sind die Aufklärungsflugzeuge. Sie können verbündete Einheiten zeitweise mit ECM-Unterstützung versorgen und dadurch entweder die Zielerfassung des Gegners schwächen oder die eigenen Fähigkeiten verbessern. Einige Maschinen sind zudem für den Einsatz auf Flugzeugträgern ausgelegt und stehen entsprechend nur in bestimmten Missionen zur Verfügung. Neu ist außerdem die Möglichkeit, zwei Spezialwaffen gleichzeitig auszurüsten. Allerdings halbiert sich dadurch jeweils die verfügbare Munition. Die zusätzliche Flexibilität ist grundsätzlich willkommen, kann aber in hektischen Situationen durch das Wechseln zwischen mehreren Ausrüstungsoptionen etwas umständlich werden. Auch kleinere Anpassungen verbessern das Spielerlebnis. Das stabilisierte Maschinengewehr-Fadenkreuz macht die Bordkanone wieder zu einer zuverlässigen Option für Luftkämpfe und Angriffe auf Bodenziele. Die Landungen wurden dagegen deutlich vereinfacht – teilweise kannst Du beinahe auf die Landebahn stürzen und trotzdem problemlos zum Stehen kommen. Das wirkt zwar etwas zu großzügig, erweist sich aber bei Missionen mit Zwischenlandungen oder Betankungsstopps als praktisch. Ebenfalls zurück sind die Befehle für Deine Teammitglieder, die Du über das Steuerkreuz erteilen kannst. Die KI ist zwar nicht unbedingt etwas, worauf ich bei wichtigen Zielen mein Leben verwetten würde, erfüllt ihre Aufgabe diesmal aber erstaunlich zuverlässig. Deine Kameraden greifen Gegner an, setzen ihre Waffen sinnvoll ein und bleiben meist in Deiner Nähe, wenn Du Unterstützung brauchst. Und natürlich dürfen auch die etwas kuriosen Dialoge nicht fehlen: Deine Teammitglieder bitten Dich gelegentlich um Entscheidungen oder stellen komplizierte Fragen, auf die Du lediglich mit „Ja“ oder „Nein“ antworten kannst. Urkomisch – und irgendwie genau das, was man von „Ace Combat“ erwartet.
Kampagne und Multiplayer – Umfangreiche Luftkämpfe
Die Kampagne von „Ace Combat 8“ bietet zahlreiche und für die Reihe ungewöhnlich umfangreiche Missionen. Inhaltlich erwarten Dich zwar viele bekannte Szenarien wie Bomberverbände, militärische Anlagen, Bodentruppen, Jagdstaffeln oder gigantische Waffenplattformen, doch die Einsätze fallen deutlich größer aus. Aufwendigere Karten, mehrere Fronten, schutzbedürftige Verbündete und zahlreiche Wendungen sorgen dafür, dass sich die Missionen trotz vertrauter Grundideen abwechslungsreich spielen. Gelegentlich entstehen allerdings Leerlaufphasen, wenn Du bereits alle Ziele erledigt hast und nur noch auf das nächste Skript warten musst. Weniger gelungen sind die seltenen Quick-Time-Events, bei denen Du ein bestimmtes Flugzeug in Zeitlupe ausschalten musst. Sie wirken wie ein Relikt aus „Assault Horizon“ und passen nicht ganz zum restlichen Spiel. Dank des anpassbaren Schwierigkeitsgrads und verschiedener Steuerungshilfen können auch Einsteiger problemlos loslegen. Die größte Befriedigung entsteht jedoch, wenn Du die Flugsteuerung wirklich beherrschst und Dich an die höheren Herausforderungen wagst. Dann werden „S“-Bewertungen, Medaillen und Rekorde fast zur Stilübung. Die rund 12 bis 15 Stunden lange Kampagne ist dabei nur der Anfang, denn zusätzliche Lackierungen, Medaillen und der „Ace“-Schwierigkeitsgrad sorgen für reichlich Wiederspielwert. Auch wenn langjährige Fans bei einigen Missionen ein Déjà-vu erleben dürften, überzeugt die Kampagne mit spektakulären Momenten und hochwertigem Leveldesign. Einige Einsätze gehören für mich sogar zu den eindrucksvollsten der gesamten Reihe. Einen Koop-Modus gibt es leider nicht, was angesichts des umfangreichen Inhalts durchaus schade ist. Dafür fällt der Online-Multiplayer so umfangreich wie nie zuvor aus. Der eigenständige Modus orientiert sich unter anderem an „Ace Combat Infinity“ und bietet PvE-, PvP- und PvPvE-Gefechte, eigene Flugzeuge und zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten. Selbst überarbeitete Versionen bekannter Bosskämpfe finden ihren Platz. Dazu kommen Saisonpässe, Premium-Währungen und zeitlich begrenzte Events. Wie fair das System langfristig gegenüber Spielern ausfällt, die sich auf den Kauf des Hauptspiels beschränken, lässt sich nach der kurzen Testphase noch nicht abschließend beurteilen. Wer allerdings keinen großen Wert auf kosmetische Extras wie Embleme oder Tarnungen legt, sollte auch ohne zusätzliche Ausgaben einen Großteil der Inhalte nutzen können. Eigene Staffeln, Avatar-Anpassungen und die Möglichkeit, Freunde einzuladen, runden den Mehrspielermodus ab. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt das derzeit eher langsame Matchmaking. Mit einer wachsenden Spielerbasis könnte sich das allerdings noch verbessern. Und ganz nebenbei: Dass „Air Combat 22“ nicht zu den Namco-Arcade-Klassikern in der Lobby-Bar gehört, ist wirklich eine verpasste Gelegenheit.

Grafik und Sound – Spektakuläre Inszenierung mit technischen Schwächen
Technisch knüpft „Ace Combat 8“ an den Stil von „Ace Combat 7“ an, legt dank der Unreal Engine 5 jedoch sichtbar zu. Die Flugzeugmodelle sind beeindruckend detailliert – von den Knöpfen im Cockpit bis hin zu kleinsten Nieten am Rumpf. Auch Wolken, Rauch und Explosionen wirken deutlich realistischer, während dynamische Lichteffekte die spektakuläre Inszenierung zusätzlich verstärken. Selbst die Landschaften und Objekte am Boden sind wesentlich detaillierter umgesetzt. Insgesamt ist „Ace Combat 8“ schlicht ein beeindruckender Anblick. Auf dem PC fordert die technische Qualität allerdings ihren Tribut. Mit rund 140 GB fällt die Installation bereits sehr umfangreich aus, während die Optimierung selbst leistungsstärkere Systeme teilweise an ihre Grenzen bringt. Durch Anpassungen der Grafikeinstellungen lässt sich zwar ein brauchbarer Kompromiss finden, dennoch kommt es gelegentlich zu schwankenden Bildraten und kurzen Einbrüchen, insbesondere bei intensiven Partikeleffekten. Wirklich störend sind dagegen die teilweise extrem langen Ladezeiten, vor allem beim Start des Spiels. Hier wäre ein entsprechender Patch dringend wünschenswert. Beim Soundtrack zeigt „Ace Combat“ erneut, warum die Reihe in diesem Bereich einen hervorragenden Ruf genießt. Das Orchester rund um Ryo Watanabe, Mitsuhiro Kitadani und Keiki Kobayashi liefert eine umfangreiche und abwechslungsreiche Mischung, die sich hervorragend mit dem Gameplay verbindet und die Luftkämpfe wirkungsvoll begleitet. Die diesmal sparsam eingesetzten Latin-Einflüsse werden durch überraschend passende J-Rock-Elemente ergänzt. An die großen Klassiker der Reihe wie „Agnus Dei“ oder „Zero“ reicht für mich zwar nicht jeder neue Titel heran, dennoch finden sich mehrere Stücke, die auch nach dem Test noch gerne in Dauerschleife laufen dürfen. Auch die englische Synchronisation überzeugt insgesamt. Die Sprecher liefern während der Zwischensequenzen und Funkmeldungen solide Leistungen, wobei einige Dialoge gelegentlich etwas gekünstelt wirken.
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