HOT WHEELS™ Infinite Rush

Shadow PC, PC, Nintendo Switch 2

Mit „Hot Wheels: Infinite Rush“ erwartet dich ein farbenfroher Arcade-Racer, der den Charme der bekannten Spielzeugautos mit wilden Rennen, abwechslungsreichen Spielwelten und jeder Menge Chaos verbindet.

 

Spielzeugwelt mit echtem Hot-Wheels-Gefühl

„Hot Wheels: Infinite Rush“ versteht erstaunlich gut, was den Reiz der Spielzeugautos schon in der Kindheit ausgemacht hat. Die farbenfrohen Spielzeugwelten vermitteln ein angenehmes Gefühl kindlicher Freude, das sich durch das gesamte Spiel zieht. Nach mehreren Stunden mit der Testversion gibt es daher einiges zu entdecken und zu schätzen – gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass noch Arbeit nötig ist, bevor das Spiel sein volles Potenzial erreicht. Besonders gelungen ist der Maßstab der Spielwelt. Statt die Hot-Wheels-Autos einfach in gewöhnliche, für Menschen ausgelegte Umgebungen zu setzen, vermittelt „Infinite Rush“ das Gefühl, tatsächlich auf einer Bahn unterwegs zu sein, die du als Kind selbst gebaut haben könntest. Gebäude, Gegenstände und Landschaften wirken passend auf die Größe der Fahrzeuge abgestimmt und erzeugen dadurch eine überzeugende Spielzeugkisten-Atmosphäre. Diese vergleichsweise einfache Designentscheidung funktioniert erstaunlich gut und lässt dich die Welt tatsächlich wie eine riesige Hot-Wheels-Sammlung erleben, anstatt nur einen Arcade-Racer mit entsprechender Lizenz zu spielen. Auch beim Erkunden kommt dadurch Freude auf. Viele Bereiche der Umgebung lassen sich zerstören, wodurch deine Fahrten immer wieder in ein angenehm chaotisches Spektakel ausarten. Die zerstörbaren Elemente werden zudem in verschiedene Minispiele eingebunden und machen die Welt deutlich interaktiver. Dadurch wirst du dazu ermutigt, abseits der eigentlichen Strecke zu experimentieren und die Umgebung selbst zum Teil des Spielerlebnisses zu machen.

Vier Inseln, viele Möglichkeiten

„Hot Wheels: Infinite Rush“ bietet vier unterschiedliche Inseln, die jeweils ihren eigenen Charakter mitbringen. In Wheelswood rast du zwischen Wolkenkratzern und dichtem Stadtverkehr durch eine bebaute Umgebung, während Tentacle Bay mit Stränden und Dinosaurierfossilien deutlich offener und natürlicher wirkt. Gearville setzt mit seinen Canyons und mechanischen Gefahren stärker auf Hindernisse, bevor dich Drifty Temples mit neonbeleuchteten Tempeln in eine Umgebung führt, die geradezu zum Driften einlädt. Die Regionen entwickeln sich im Verlauf des Spiels weiter und verlangen von dir, deine Fahrzeugwahl an die jeweiligen Herausforderungen anzupassen. Für zusätzliche Abwechslung sorgen verschiedene Spielmodi wie Zeitfahren, Sammelaufgaben, Zerstörung, Driften, der Fotomodus und der lokale Koop-Modus. Allerdings können die vergleichsweise kleinen Karten den positiven Eindruck etwas trüben. Während meiner Spielzeit wirkten die Welten stellenweise begrenzt und boten abseits der eigentlichen Rennen nur wenige interessante Möglichkeiten zum Entdecken. Gerade im Free-Roam-Modus wäre eine größere und abwechslungsreichere Spielwelt wünschenswert, die dich stärker dazu motiviert, die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden. Auch beim Fahrgefühl gibt es noch Luft nach oben. Die Steuerung wirkt gelegentlich etwas umständlich, während die Fahrzeuge nicht immer so direkt reagieren, wie ich es mir gewünscht hätte. Besonders beim Driften fehlt mir eine eigene, präzise Steuerungsmöglichkeit. Da kontrollierte Drifts ein wichtiger Bestandteil vieler Arcade-Racer sind, hätte eine speziell darauf ausgelegte Mechanik das Fahrgefühl deutlich befriedigender machen können.

Individualisierung und Multiplayer

Auch bei der Individualisierung der Fahrzeuge bleibt „Hot Wheels: Infinite Rush“ hinter seinen Möglichkeiten zurück. Zwar stehen dir über 140 Fahrzeuge zur Auswahl, doch echte Anpassungsmöglichkeiten fehlen weitgehend. Im Gegensatz zu Spielen wie „Forza Horizon“ kannst du deine Autos kaum nach deinen eigenen Vorstellungen gestalten. Gerade bei einer Serie, die so stark von ihrer riesigen Sammlung ikonischer Fahrzeuge lebt, hätte ich mir einen eigenen „Autoshop“ und mehr Möglichkeiten gewünscht, den Wagen einen persönlicheren Look zu verleihen. So bleiben die meisten Fahrzeuge letztlich auf ihre jeweilige Standardoptik beschränkt. Der Soundtrack hinterlässt ebenfalls einen eher durchwachsenen Eindruck. Die funkigen und energiegeladenen Stücke passen gut zum verspielten Charakter und funktionieren während der Rennen durchaus, auf Dauer fehlt es der Auswahl jedoch an Abwechslung. Ein größerer Soundtrack mit mehr einprägsamen Titeln hätte den einzelnen Regionen und dem gesamten Spiel eine stärkere eigene Identität verleihen können. Der Online-Modus könnte schließlich genau die zusätzliche Abwechslung liefern, die „Infinite Rush“ an anderer Stelle vermissen lässt. Da ich mit einer Testversion gespielt habe, stand mir allerdings nicht der vollständige Umfang zur Verfügung, weshalb ich dessen Einfluss auf das Gesamterlebnis noch nicht abschließend beurteilen kann. Grundsätzlich scheint Hot Wheels jedoch wie geschaffen für Multiplayer-Rennen zu sein. Sollte der Online-Modus dieses Potenzial ausschöpfen, könnte er insbesondere die vergleichsweise kleinen Karten und den teilweise begrenzten Umfang deutlich besser zur Geltung bringen.

Technisch stark, mit Abstrichen auf Switch 2

Auf dem PC präsentiert sich „Infinite Rush“ von seiner bisher schönsten Seite, auch wenn selbst auf „Ultra“ nicht jeder Bereich so detailliert wirkt, wie es die Unreal Engine 5 ermöglichen würde. In meinem Test erreichte das Spiel je nach Abschnitt und Rennen zwischen 108 und 120 fps, mit aktiviertem DLSS auf „Quality“. Auch mit DLAA lief der Titel problemlos, allerdings sank die Bildrate auf durchschnittlich etwa 80 fps. Gerade bei einem schnellen Arcade-Racer sorgen höhere Bildraten für ein deutlich geschmeidigeres Fahrgefühl. Besonders die Fahrzeuge sehen dabei hervorragend aus. Lediglich einige Menüs bereiten auf Ultrawide-Monitoren Probleme und werden teilweise abgeschnitten oder schwer lesbar dargestellt. Insgesamt liefert die PC-Version jedoch eine sehr solide technische Performance. Auf der Switch 2 musst du dagegen einige Abstriche bei der Darstellung hinnehmen. Im TV-Modus läuft „Infinite Rush“ mit bis zu 1080p und 30 fps, wobei die Bildrate weitgehend stabil bleibt. Auch bei hohen Geschwindigkeiten vermittelt das Spiel dadurch ein ordentliches Fahrgefühl, kann aber naturgemäß nicht mit den höheren Bildraten der PC-Version mithalten. Im Handheld-Modus fällt die Bildqualität nochmals etwas ab, bleibt insgesamt aber auf einem guten Niveau. Unterschiede bei Details, Schärfe und Darstellung sind im direkten Vergleich zum PC deutlich sichtbar. Dennoch gelingt es der Switch 2, die weitläufigen Spielwelten und zahlreichen Fahrzeuge überzeugend auf den kleinen Bildschirm zu bringen. Für unterwegs ist die Umsetzung damit durchaus gelungen, auch wenn 30 fps im Vergleich zu den höheren Bildraten des PCs weniger geschmeidig wirken.

Trailer


Fazit

„Hot Wheels: Infinite Rush“ fängt den spielerischen Geist der bekannten Spielzeuge überraschend gut ein und bietet dir eine charmante Welt mit zahlreichen coolen Autos und Geheimnissen, die es zu entdecken gibt. Gleichzeitig verhindern die vergleichsweise kleinen Karten, die eingeschränkten Anpassungsmöglichkeiten und das nicht immer präzise Fahrgefühl, dass das Spiel sein volles Potenzial entfaltet. Die Grundlage stimmt jedoch, und insbesondere der Online-Modus könnte für zusätzliche Abwechslung sorgen. Aktuell fühlt sich „Infinite Rush“ deshalb noch etwas leer an – mit mehr Inhalten und etwas Feinschliff steckt hier aber durchaus Potenzial für einen richtig guten Arcade-Racer.


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