
1666: Amsterdam entführt dich in ein düsteres Amsterdam des 17. Jahrhunderts, in dem historische Realität, Hexerei und übernatürliche Mächte aufeinandertreffen.
Zwischen Geschichte und Übernatürlichem
1666: Amsterdam ist ein Action-Adventure aus der Third-Person-Perspektive, das ein Dark-Fantasy-Universum mit historischen Schauplätzen, Ermittlungen, Hexerei und Dämonen verbindet. Im Mittelpunkt steht Noa, eine sogenannte „Collector“. Als Wächterin des Gleichgewichts ist es ihre Aufgabe, die dämonischen Wesen namens „Originals“ aufzuspüren – Kreaturen, die sich als Menschen tarnen können. Genau diese Verbindung aus historischer Realität und Übernatürlichem macht die Prämisse von Anfang an spannend: Die Dämonen leben mitten unter den Menschen, und du musst herausfinden, wer tatsächlich einer von ihnen ist. Das spiegelt sich auch im Gameplay wider. Während du tagsüber Amsterdam erkundest, Informationen sammelst und Hinweisen nachgehst, beginnt mit Einbruch der Nacht die Konfrontation mit den übernatürlichen Wesen. Der Tag-Nacht-Zyklus ist dabei weit mehr als ein atmosphärisches Stilmittel – er bildet eine zentrale Säule des Spielerlebnisses. Tagsüber wirkt Amsterdam wie eine historische Stadt, die es aufmerksam zu beobachten und zu untersuchen gilt. Nachts verändert sich dagegen die Wahrnehmung der Umgebung, während die übernatürlichen Gefahren zunehmend greifbar werden. Besonders beeindruckend ist dabei die Kulisse. Amsterdam dient nicht lediglich als Schauplatz, sondern wird zu einem wichtigen Bestandteil der Atmosphäre. Kanäle, Gebäude, Straßen und ganze Stadtviertel vermitteln das Gefühl einer historischen Welt, die von etwas Unheimlichem durchdrungen wurde. Gleichzeitig beschränkt sich das Spiel nicht auf eine einzige Epoche, was zusätzlich für Abwechslung und eine interessante Verbindung verschiedener historischer Einflüsse sorgt.

Drei Jahrhunderte, zwei Perspektiven
Die Geschichte von 1666: Amsterdam erstreckt sich über drei Jahrhunderte und verbindet Vergangenheit und Gegenwart durch einen übernatürlichen Kreislauf. Diese zeitliche Komponente gehört zu den spannendsten Aspekten des Projekts und lässt bereits erahnen, wie ambitioniert die Geschichte der Vollversion ausfallen könnte. Noa ist dabei nicht allein unterwegs. An ihrer Seite steht Aaron, eine Figur aus dem Jahr 1999, die sich durch die Ereignisse der Geschichte plötzlich im Körper einer Katze wiederfindet. Was zunächst wie eine kuriose Idee klingt, hat jedoch auch spielerische Konsequenzen: Aaron bringt eine völlig neue Perspektive ins Gameplay. Während du mit Noa auf Hexerei und übernatürliche Fähigkeiten zurückgreifst, kannst du als Aaron seine katzentypischen Eigenschaften nutzen, um die Umgebung auf andere Weise zu erkunden. Der Wechsel zwischen beiden Charakteren sorgt damit für ein abwechslungsreiches Gameplay und könnte zu einem der markantesten Elemente des Spiels werden. Auch der Ermittlungsaspekt verspricht einiges. Statt einfach in ein Gebiet zu gehen und sämtliche Gegner auszuschalten, musst du herausfinden, wer sich hinter den „Originals“ verbirgt, ihr Verhalten beobachten und deine Vorgehensweise entsprechend anpassen. Die Jagd auf die Dämonen fühlt sich dadurch eher wie eine echte Ermittlung als wie eine klassische Kampfmission an. Genau diese Verbindung aus Zeitreise, unterschiedlichen Perspektiven und Ermittlungsarbeit könnte 1666: Amsterdam zu einem besonders ungewöhnlichen Action-Adventure machen.
Viel Potenzial, aber noch nicht ausgereift
Das größte Problem der aktuellen Early-Access-Version ist, dass noch nicht alle Ideen denselben Reifegrad erreicht haben. Besonders das Kampfsystem wirkt derzeit noch unausgereift. Die Kämpfe fehlt es teilweise an Präzision, die du von einem modernen Action-Adventure erwarten würdest. Auch die künstliche Intelligenz und die Vielfalt der Gegner sind momentan noch begrenzt. Das macht das System jedoch nicht grundsätzlich schlecht. Vielmehr wird deutlich, dass Panache den Early Access bewusst nutzt, um Feedback und Daten zu sammeln und die verschiedenen Spielmechaniken weiterzuentwickeln. Genau deshalb solltest du die aktuelle Version auch nicht wie ein fertiges Spiel bewerten. Der Early Access soll nach Angaben der Entwickler rund ein Jahr dauern. In dieser Zeit sollen unter anderem neue Stadtviertel, weitere Story-Inhalte und zusätzliche „Originals“ hinzukommen. Aktuell umfasst die Version den ersten Abschnitt der Kampagne mit rund 15 Spielstunden. Die Idee dahinter ist klar: 1666: Amsterdam soll gemeinsam mit der Community wachsen. Spielerfeedback soll dabei helfen, Fehler zu beheben, die Optimierung zu verbessern und bestehende Systeme weiterzuentwickeln. Gerade mit Blick auf die Geschichte von Patrice Désilets, der maßgeblich mit der Entstehung von Assassin’s Creed verbunden ist, ist dieser Ansatz besonders interessant. Natürlich lassen sich gewisse Parallelen nicht leugnen. Eine historische Stadt, Erkundung und Ermittlungen erinnern unweigerlich an Désilets’ früheres Werk. Trotzdem versucht 1666: Amsterdam, eine eigene Identität zu entwickeln. Die übernatürliche Komponente, Hexerei und vor allem Aaron sorgen für einen deutlich anderen Charakter. Auch das Fähigkeitensystem deutet auf weiteres Potenzial hin. Noa verfügt über verschiedene Kräfte, die dir unterschiedliche Möglichkeiten eröffnen, Situationen zu bewältigen. Besonders spannend ist dabei die Idee, dass Begegnungen mit den „Originals“ auf verschiedene Arten gelöst werden können. In der aktuellen Version wird dieses Versprechen zwar noch nicht vollständig eingelöst, das Potenzial dahinter ist jedoch bereits deutlich zu erkennen.

Technik mit Luft nach oben
Technisch zeigt 1666: Amsterdam deutlich, dass sich das Spiel noch in der Entwicklung befindet. Die Unreal Engine 5 ermöglicht ein detailreiches und atmosphärisches Amsterdam, gleichzeitig sind bei Animationen, Interaktionen, Feinabstimmung und Optimierung noch einige Schwächen erkennbar. Hier ist vor allem Geduld gefragt. Der Early Access ist derzeit auf dem PC über Steam und den Epic Games Store verfügbar. Für Benutzeroberfläche und Untertitel steht zudem Italienisch zur Verfügung.
Trailer




















