MARVEL Tōkon Fighting Souls

PlayStation 5

MARVEL Tōkon: Fighting Souls verbindet das spektakuläre Marvel-Universum mit dem schnellen und zugänglichen Kampfstil von Arc System Works – und setzt dabei vor allem auf taktische 4-gegen-4-Teamkämpfe.

 

Vier Kämpfer, unzählige Möglichkeiten und Marvel trifft Anime

Das 4-gegen-4-Format ist das Herzstück von MARVEL Tōkon Fighting Souls und mehr als nur eine Möglichkeit, den Bildschirm mit Charakteren und Effekten zu füllen. Jeder Kämpfer bringt eigene Eigenschaften mit, die das Verhalten des gesamten Teams beeinflussen. Dadurch lohnt es sich, auch dann neue Kombinationen auszuprobieren, wenn du bereits einige Charaktere gefunden hast, die perfekt zu deinem Spielstil passen. Eine aggressive Aufstellung kann den Gegner dauerhaft unter Druck setzen, während ein Team zur Kontrolle des Spielraums deutlich mehr Geduld erfordert. Schon der Austausch eines einzigen Mitglieds kann die Herangehensweise an einen Kampf grundlegend verändern. Besonders befriedigend ist es, wenn sich eine zunächst nur aus Sympathie zusammengestellte Truppe nach und nach zu einem durchdachten Team entwickelt, dessen Rollen gezielt darauf ausgelegt sind, den aktiven Kämpfer zu unterstützen. Optisch liefert MARVEL Tōkon genau das, was du von Arc System Works erwarten kannst. Die Charaktere bewegen sich wie Figuren aus einer japanischen Animation, mit dynamischen Posen, auffälligen Effekten und Spezialangriffen, die den gesamten Bildschirm ausfüllen, ohne das Geschehen völlig unübersichtlich zu machen. Die Neuinterpretationen funktionieren vor allem deshalb so gut, weil sie nicht einfach die bekannten Filmversionen nachahmen. Spider-Man, Iron Man, Wolverine, Storm, Doctor Doom und die anderen Helden bleiben sofort erkennbar, werden aber in einen deutlich aggressiveren und dynamischeren Stil versetzt. Selbst wenn du die Figuren bestens kennst, bekommst du dadurch das Gefühl, eine neue Version von ihnen zu erleben. Die Fülle an Effekten hat allerdings auch ihren Preis: Gerade in besonders actionreichen Momenten kann der Bildschirm schnell überladen wirken. Wenn mehrere Charaktere, Unterstützungsaktionen und Spezialeffekte gleichzeitig zum Einsatz kommen, ist es zunächst nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Nach einigen Stunden gewöhnst du dich jedoch daran und lernst zunehmend, die wichtigen Informationen aus dem visuellen Chaos herauszufiltern.

Vielfalt, die sich wirklich auszahlt

Der anfängliche Kader umfasst 20 Kämpfer, und gerade ihre unterschiedlichen Spielstile sind eine der größten Stärken von MARVEL Tōkon Fighting Souls. Du wählst die Charaktere nicht nur nach ihrem Aussehen aus, denn jeder bringt eine eigene Herangehensweise mit. Wolverine eignet sich beispielsweise dafür, schnell die Distanz zu verkürzen und konstant Druck auszuüben, während Iron Man den Kampf aus der Entfernung kontrollieren kann. Spider-Man setzt auf Beweglichkeit und seine Netze, um unvorhersehbare Situationen zu schaffen, während Doctor Doom das Tempo eines Kampfes deutlich verändern kann. 20 Charaktere mögen im Vergleich zu Kampfspielen mit riesigen Kadern zunächst wenig erscheinen. Durch das 4-gegen-4-System entstehen jedoch zahlreiche mögliche Kombinationen. Entscheidend ist deshalb nicht die reine Anzahl, sondern wie stark ein einzelner Kämpfer die Dynamik deines Teams verändern kann. Auch beim Kampfsystem versucht MARVEL Tōkon, die Einstiegshürde niedrig zu halten, ohne erfahrene Spieler zu langweilen. Die Steuerung ist intuitiv und ermöglicht es dir, Aktionen miteinander zu verbinden, ohne direkt komplizierte Tastenkombinationen beherrschen zu müssen. Trotzdem bleibt genug Tiefe vorhanden: Wer Assists, Charakterwechsel, Distanzen und das Zusammenspiel des gesamten Teams optimal nutzen möchte, muss deutlich mehr Zeit investieren. Diese Balance funktioniert gut. Als Marvel-Fan kannst du schnell einsteigen und erste Erfolge feiern, während du mit zunehmender Erfahrung immer neue Möglichkeiten entdeckst. Besonders deutlich wird das daran, wie sich dein Spielstil verändert: Während du dich anfangs fast ausschließlich auf den aktiven Charakter konzentrierst, beginnst du später, dein gesamtes Team als eine Einheit zu betrachten und gezielt aufeinander abzustimmen.

Ausprobieren lohnt sich und Spektakuläre Schauplätze

Eine der größten Stärken von MARVEL Tōkon Fighting Souls ist, dass es dir schwerfällt, dauerhaft bei nur einer Teamzusammenstellung zu bleiben. Gerade wenn du glaubst, dein perfektes Team gefunden zu haben, reicht ein neuer Charakter aus, um weitere interessante Kombinationen zu entdecken. Das sorgt für zusätzliche Langzeitmotivation, ohne dass das Spiel ständig neue Inhalte liefern muss. Natürlich wirst du besser, wenn du dich auf vier Kämpfer konzentrierst und ihre Stärken genau kennenlernst. Gleichzeitig belohnt das Spiel deine Neugier: Das Experimentieren mit anderen Charakteren macht nicht nur Spaß, sondern hilft dir auch dabei, die Möglichkeiten deiner Gegner besser zu verstehen. Und bei einem Spiel mit so vielen bekannten Marvel-Helden dürfte ohnehin die Versuchung groß sein, fast jeden einmal auszuprobieren. Auch die Arenen tragen viel zur Atmosphäre bei. Schauplätze wie New York, Wakanda oder die Wilde Erde werden mit zahlreichen Details zum Leben erweckt und bieten teilweise dynamische Szenenwechsel, die das Gefühl einer großen Superheldenschlacht verstärken. Trotz ihrer spektakulären Inszenierung lenken die Arenen nie dauerhaft vom eigentlichen Kampf ab. Nach dem ersten Staunen konzentrierst du dich schnell wieder auf die Aktionen deines Gegners. Gleichzeitig sind die Schauplätze so abwechslungsreich gestaltet, dass sie nie wie austauschbare Kulissen wirken.

Im Mehrspieler entfaltet sich das Potenzial und Platz für weitere Helden

Wie bei den meisten Kampfspielen hängt der langfristige Spielspaß vor allem davon ab, wie gerne du gegen andere Spieler antrittst. Gerade hier zeigt das 4-gegen-4-System seine Stärken. Strategien, die gegen die KI funktionieren, können gegen einen menschlichen Gegner schnell ins Leere laufen, da dieser sich an dein Verhalten anpassen kann. Kennen beide Seiten ihre Charaktere und beginnen, die Aktionen des Gegenübers vorherzusehen, werden die Kämpfe deutlich spannender. Die große Vielfalt an Teamzusammenstellungen sorgt außerdem dafür, dass sich die Partien nicht ständig gleich anfühlen. Natürlich werden sich mit der Zeit besonders effektive und beliebte Kombinationen herauskristallisieren. Wer es etwas ruhiger angehen möchte, findet zudem Inhalte, um die einzelnen Kämpfer kennenzulernen und tiefer in die Welt einzutauchen. Das eigentliche Herzstück bleibt jedoch der Kampf. Bei einem riesigen Universum wie Marvel ist es nahezu unmöglich, mit einer Startauswahl von 20 Charakteren niemanden zu vermissen. Die vorhandenen Kämpfer bieten viel Abwechslung, trotzdem wirst du dich schnell fragen, welche weiteren Helden und Schurken perfekt in das Konzept passen würden. Dass nach dem Start zusätzliche Inhalte geplant sind, lässt auf einen wachsenden Kader hoffen. Gleichzeitig bleibt der kleine Wermutstropfen, dass einige besonders beliebte Figuren vermutlich erst später ihren Weg ins Spiel finden. Die Schwäche liegt daher weniger in der Qualität der vorhandenen Charaktere als in der Tatsache, dass das schier unerschöpfliche Marvel-Universum noch so viel mehr Möglichkeiten bieten würde.

Trailer


Fazit

Das Wichtigste ist, dass MARVEL Tōkon: Fighting Souls nicht wie ein gewöhnliches Kampfspiel wirkt, dem einfach bekannte Marvel-Charaktere übergestülpt wurden. Der typische Stil von Arc System Works, das 4-gegen-4-System und die Bedeutung der Teamzusammenstellung geben dem Spiel eine eigene Identität, die du bereits in den ersten Kämpfen spürst. Die spektakuläre Optik sorgt zwar sofort für Aufmerksamkeit, doch ihren eigentlichen Wert zeigt die Spielerfahrung im Kampfsystem. Einen Charakter zu beherrschen, ist nur der Anfang. Spannend wird es, wenn du herausfindest, wie du ihn mit drei weiteren Kämpfern kombinierst, dein Team anpasst und neue Synergien entdeckst. Damit gelingt MARVEL Tōkon: Fighting Souls der Spagat zwischen zwei Zielgruppen. Als Marvel-Fan kannst du ohne große Einstiegshürden loslegen und bekannte Helden in völlig neuen Interpretationen erleben. Als Fan von Kampfspielen findest du gleichzeitig ein System, das genügend Tiefe bietet, um dich lange mit Teams, Strategien und Kombinationen zu beschäftigen. Genau in dieser Verbindung liegt die größte Stärke von Fighting Souls: Es fühlt sich nicht nur wie ein Marvel-Spiel an, sondern wie ein eigenständiges Kampfspiel, das seine Lizenz sinnvoll nutzt.


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