
Mit Deep Corp liefert KishMish Games einen ungewöhnlichen Mix aus Bergbau-, Wirtschafts- und Aufbaustrategie ab. Das Spiel versetzt dich in eine alternative Version des Wilden Westens, in der du nicht nur ein erfolgreiches Bergbauunternehmen leitest, sondern gleichzeitig als Gouverneur die wirtschaftliche Entwicklung eines ganzen Bundesstaates vorantreibst. Bereits im Early Access bietet der Titel erstaunlich viele Systeme, die ineinandergreifen und für langanhaltende Motivation sorgen. Dennoch merkt man dem Spiel an einigen Stellen noch an, dass die Entwicklung längst nicht abgeschlossen ist.
Story
Deep Corp setzt zwar nicht auf eine aufwendig inszenierte Geschichte mit Zwischensequenzen oder großen Charakteren, verzichtet aber keineswegs auf einen roten Faden. Du übernimmst die Leitung eines Bergbauunternehmens und erhältst gleichzeitig die Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung einer jungen Region. Durch Missionen und Kampagnenziele arbeitest du dich Schritt für Schritt voran, erschließt neue Rohstoffe, baust Produktionsketten auf und sorgst dafür, dass Städte wachsen und florieren. Die Handlung dient dabei in erster Linie als Motivation für neue Aufgaben und Mechaniken. Statt dramatischer Wendungen stehen wirtschaftlicher Fortschritt und Expansion im Mittelpunkt. Das funktioniert überraschend gut, weil die Kampagne ständig neue Ziele vorgibt und dadurch für Abwechslung sorgt. Für eine klassische Story sollte man allerdings keine allzu hohen Erwartungen mitbringen.

Gameplay
Das Gameplay ist ohne Zweifel die größte Stärke von Deep Corp. Im Kern kombiniert das Spiel zwei unterschiedliche Ebenen miteinander. Unter der Erde erkundest du Minen, gräbst dich durch das Gestein und erschließt neue Rohstoffvorkommen. Dabei musst du deine Bergleute sinnvoll einsetzen, neue Schächte anlegen und den Abbau immer weiter optimieren. An der Oberfläche beginnt anschließend der zweite Teil des Spiels. Hier errichtest du Produktionsketten, verbindest Minen mit Fabriken und sorgst dafür, dass die gewonnenen Ressourcen weiterverarbeitet und schließlich in die Städte transportiert werden. Dadurch entsteht ein angenehm komplexer Wirtschaftskreislauf, der ständig erweitert werden möchte. Besonders gelungen ist dabei die stetige Progression. Anfangs transportierst du lediglich einfache Rohstoffe, später entstehen immer umfangreichere Produktionsketten mit zahlreichen Zwischenprodukten. Jede neue Fabrik eröffnet weitere Möglichkeiten und sorgt dafür, dass bereits bestehende Transportwege überarbeitet oder optimiert werden müssen. Der Schwierigkeitsgrad steigt angenehm an, ohne den Spieler zu überfordern. Neue Mechaniken werden nach und nach eingeführt, wodurch der Einstieg leicht fällt. Gleichzeitig wächst mit zunehmender Spielzeit die Komplexität erheblich. Wer Freude daran hat, Produktionsabläufe zu optimieren und immer effizientere Wirtschaftssysteme aufzubauen, findet hier schnell viele Stunden Beschäftigung. Trotzdem zeigen sich die typischen Schwächen eines Early-Access-Titels. Manche Komfortfunktionen fehlen noch, das Interface könnte an einigen Stellen übersichtlicher sein und gelegentlich wünscht man sich detailliertere Informationen über Produktionsraten oder Engpässe. Auch Zufallselemente bei der Ressourcenverteilung können dazu führen, dass bestimmte Produktionsketten unnötig kompliziert werden. Die Entwickler haben allerdings bereits angekündigt, den Sandbox-Modus sowie weitere Inhalte und Komfortfunktionen deutlich auszubauen.
Grafik
Optisch verfolgt Deep Corp einen charmanten Comic-Look, der hervorragend zum entspannten Charakter des Spiels passt. Statt auf Realismus setzt das Spiel auf klare Formen, kräftige Farben und eine gut lesbare Darstellung sämtlicher Gebäude und Produktionswege. Besonders die Minen machen einen gelungenen Eindruck. Mit zunehmender Tiefe verändert sich die Umgebung sichtbar, neue Rohstoffarten sorgen für optische Abwechslung und das stetige Wachstum der unterirdischen Anlagen vermittelt das Gefühl, tatsächlich ein riesiges Bergbaunetz aufzubauen. Auch die Weltkarte überzeugt durch ihre Übersichtlichkeit. Städte, Fabriken und Transportwege bleiben jederzeit gut erkennbar, was gerade bei komplexen Wirtschaftssimulationen enorm wichtig ist. Animationen fallen zwar eher schlicht aus, erfüllen ihren Zweck aber zuverlässig. Technisch läuft Deep Corp bereits erstaunlich stabil. Abstürze oder gravierende Fehler scheinen bislang eher die Ausnahme zu sein, was für einen Early-Access-Titel durchaus bemerkenswert ist. Insgesamt wirkt die Präsentation bereits jetzt angenehm rund, auch wenn man sich künftig noch etwas mehr optische Vielfalt bei Gebäuden und Landschaften wünschen würde.

Sound
Beim Sound setzt Deep Corp auf eine ruhige und unaufdringliche Atmosphäre. Die Musik begleitet das Geschehen mit entspannten Melodien, die den Spielfluss angenehm unterstützen, ohne jemals in den Vordergrund zu treten. Gerade während längerer Aufbauphasen wirkt der Soundtrack angenehm dezent und sorgt dafür, dass das Spiel auch über mehrere Stunden hinweg nicht anstrengend wird. Die Soundeffekte erfüllen ebenfalls ihren Zweck. Förderanlagen, Bergbauarbeiten und Transporte verfügen über passende Geräusche, die das Geschehen glaubwürdig untermalen. Zwar fehlt es noch etwas an akustischer Vielfalt, doch insgesamt passt die Klangkulisse hervorragend zum entschleunigten Spieltempo. Da der Fokus eindeutig auf dem Gameplay liegt, fällt das Fehlen einer aufwendigeren Soundkulisse kaum negativ ins Gewicht. Stattdessen unterstützt der Sound das entspannte Management-Erlebnis genau in dem Maße, wie es nötig ist.
Trailer















