
Mit Company of Heroes 3 kehrt eine der bekanntesten Echtzeitstrategiereihen zurück und erweitert ihre bewährte Formel um neue Ideen. Die Mischung aus taktischen Gefechten, zerstörbarer Umgebung und anspruchsvollem Ressourcenmanagement bleibt das Herzstück des Spiels. Gleichzeitig wagt die Serie mit einer dynamischen Kampagnenkarte neue Wege. Ob dieser Spagat zwischen klassischen Tugenden und frischen Ansätzen gelingt, erfährst Du in diesem Test.
Story
Wie schon die Vorgänger legt Company of Heroes 3 den Schwerpunkt nicht auf eine durchgehende, persönliche Geschichte, sondern auf die Darstellung militärischer Konflikte des Zweiten Weltkriegs. Die Kampagnen führen Dich unter anderem nach Italien und Nordafrika und orientieren sich an historischen Schauplätzen und Einsätzen. Besonders die italienische Kampagne verbindet einzelne Gefechte über eine strategische Oberweltkarte miteinander. Dort bewegst Du Armeen, nimmst Städte ein, verwaltest Nachschub und entscheidest selbst, welche Ziele Du als Nächstes angreifst. Dadurch entsteht mehr Entscheidungsfreiheit als in den linearen Kampagnen der Vorgänger. Dennoch stehen keine tief ausgearbeiteten Charaktere oder eine emotionale Handlung im Mittelpunkt. Vielmehr dient die Kampagne als Rahmen für abwechslungsreiche Missionen und taktische Herausforderungen.

Gameplay
Das Gameplay bleibt der größte Trumpf von Company of Heroes 3. Wie bereits in den Vorgängern steuerst Du keine riesigen Armeen, sondern vergleichsweise kleine Trupps, deren Positionierung und Fähigkeiten über Sieg oder Niederlage entscheiden. Deckung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Ein Infanterietrupp hinter einer Steinmauer hält deutlich länger durch als auf offenem Gelände, während Flankenangriffe gut befestigte Stellungen schnell zusammenbrechen lassen können. Ebenso wichtig ist die Kontrolle strategischer Punkte. Anstatt lediglich Rohstoffe abzubauen, sicherst Du wichtige Bereiche der Karte, um kontinuierlich Munition, Treibstoff und Arbeitskraft zu erhalten. Dadurch entstehen ständig umkämpfte Frontlinien, bei denen jeder Geländevorteil zählt. Die Gefechte fühlen sich dynamisch an und verlangen schnelle Entscheidungen. Fahrzeuge können gezielt beschädigt werden, Geschütze lassen sich erobern und nahezu jede Deckung kann durch Artillerie oder Panzerbeschuss zerstört werden. Dadurch verändert sich das Schlachtfeld während einer Partie permanent. Neu hinzu kommt die dynamische Italien-Kampagne. Auf einer strategischen Karte bewegst Du Einheiten, greifst Städte an, baust Infrastruktur aus und entscheidest selbst über Deinen Vormarsch. Dieser Ansatz sorgt für mehr Abwechslung und vermittelt das Gefühl einer größeren Militäroperation. Allerdings wiederholen sich einige Kämpfe mit der Zeit, und nicht jede strategische Entscheidung hat die gleiche spielerische Tiefe wie die eigentlichen Echtzeitgefechte. Die Fraktionen unterscheiden sich deutlich voneinander und verfügen über individuelle Einheiten, Fähigkeiten und Spielstile. Dadurch bieten sowohl Einzelspieler als auch Mehrspieler langfristige Motivation. Wer sich intensiv mit den Besonderheiten jeder Armee beschäftigt, entdeckt zahlreiche taktische Möglichkeiten. Auch die Bedienung wurde gegenüber den Vorgängern weiter verbessert. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich gestaltet, wichtige Informationen sind schnell erreichbar und zahlreiche Komfortfunktionen erleichtern die Steuerung großer Gefechte.
Grafik
Optisch präsentiert sich Company of Heroes 3 insgesamt gelungen, ohne in jeder Hinsicht neue Maßstäbe zu setzen. Die Karten sind abwechslungsreich gestaltet und reichen von staubigen Wüsten Nordafrikas über mediterrane Dörfer bis hin zu zerbombten Städten Italiens. Besonders die zerstörbare Umgebung trägt erheblich zur Atmosphäre bei. Gebäude stürzen unter Beschuss ein, Mauern werden eingerissen und das Schlachtfeld verändert sich sichtbar im Verlauf jeder Mission. Auch Explosionen, Rauch- und Partikeleffekte sorgen für eindrucksvolle Gefechte. Gerade wenn mehrere Panzer, Artillerie und Infanterie gleichzeitig aufeinandertreffen, entsteht ein glaubwürdiges Kriegsszenario. Bei näherem Hinsehen zeigen sich allerdings kleinere Schwächen. Einige Texturen und Animationen wirken nicht ganz auf dem Niveau aktueller Grafik-Highlights. Auch die Gesichtsanimationen in Zwischensequenzen fallen vergleichsweise schlicht aus. Dennoch überzeugt vor allem die Gesamtwirkung der Schlachten, die durch hohe Detaildichte und überzeugende Effekte lebt. Technisch bietet das Spiel zahlreiche Grafikoptionen und unterstützt moderne Hardware entsprechend gut. Die Performance hängt allerdings wie bei vielen Strategiespielen stark von der Anzahl gleichzeitig dargestellter Einheiten und Effekte ab.

Sound
Der Sound gehört erneut zu den größten Stärken der Reihe. Waffen, Panzerkanonen, Explosionen und Artillerieschläge besitzen eine enorme Wucht und vermitteln jederzeit das Gefühl, mitten in einer intensiven Schlacht zu stehen. Auch die Musik bleibt angenehm zurückhaltend. Sie begleitet das Geschehen atmosphärisch, ohne sich ständig in den Vordergrund zu drängen. In ruhigen Momenten unterstreicht sie die Spannung, während sie in großen Gefechten die Dramatik passend verstärkt. Die Sprachausgabe trägt ebenfalls zur Authentizität bei. Funksprüche, Befehle und Reaktionen der Soldaten sorgen dafür, dass die Einheiten lebendig wirken. Gleichzeitig helfen akustische Hinweise dabei, wichtige Ereignisse auf dem Schlachtfeld schneller wahrzunehmen.
Trailer


















