Invincible VS

Shadow PC, PC

Mit Invincible VS bekommst du ein schnelles, zugängliches Fighting Game, das die bekannte Superheldenwelt in actionreiche 3-gegen-3-Kämpfe überträgt.

Verpasste Story-Chance

Wenn du in die Welt von Invincible VS eintauchst, stellst du dir schnell die Frage: Nutzt das Spiel die Stärke seiner Vorlage wirklich aus? Leider lautet die Antwort eher nein. Gerade weil die Welt von Invincible für ihre intensiven Konflikte und überraschenden Wendungen bekannt ist, fällt die Umsetzung hier enttäuschend flach aus. Die Story besteht im Grunde nur aus einer Reihe von Kämpfen, verbunden durch kurze Zwischensequenzen ohne echte Dramaturgie. Alles läuft zu schnell ab, ohne Raum für Spannung oder emotionale Momente. Konflikte werden nicht aufgebaut, sondern einfach vorausgesetzt, und selbst eigentlich schockierende Ereignisse verpuffen ohne Wirkung. Auch die Beziehungen zwischen den Charakteren bleiben oberflächlich. Es fehlt die Zeit, um Bindungen, Konflikte oder Mitgefühl entstehen zu lassen. Am Ende wirkt die Handlung eher wie ein Mittel zum Zweck – und ist zudem in etwa einer Stunde abgeschlossen. Die Sprachausgabe schwankt ebenfalls: Während einzelne Figuren wie Omni-Man überzeugen, bleiben viele andere hinter den Erwartungen zurück. Dazu kommen ungleichmäßige Animationen in den Zwischensequenzen, die das Gesamtbild weiter abschwächen. Unterm Strich verschenkt das Spiel hier viel Potenzial – gerade bei einer Vorlage, die eigentlich von ihrer erzählerischen Tiefe lebt.

Schnelles Kampfsystem mit wenig Tiefe

Im Zentrum von Invincible VS steht ein 3-gegen-3-Kampfsystem. Du stellst dir ein Team aus drei Charakteren zusammen und wechselst im Kampf ständig zwischen ihnen. Das sorgt für Tempo und Dynamik, denn mit jedem Wechsel kannst du entweder Druck machen oder dich aus brenzligen Situationen retten. Der Einstieg ist angenehm einfach. Die Steuerung geht schnell ins Blut über, und schon nach kurzer Zeit kannst du solide Combos ausführen. Genau das macht das Spiel zugänglich – wird aber später auch zum Problem. Die Lernkurve bleibt flach, weil die Mechaniken nicht genug Tiefe entwickeln. Das Herzstück ist das Combo-System: Du beginnst Angriffe mit einem Charakter und führst sie durch geschickte Wechsel mit anderen fort. Das wirkt flüssig und fast schon filmisch und gibt dir viel Freiheit, deinen eigenen Stil zu entwickeln. Zusätzlich gibt es defensive Optionen wie Parieren, Kontern und taktische Wechsel, um Druck zu entkommen. Diese bringen zwar etwas Strategie ins Spiel, bleiben aber im Vergleich zu komplexeren Fighting Games eher oberflächlich. Die Spielmodi bauen alle auf diesem System auf. Der Story-Modus dient als sanfter Einstieg und führt dich durch Kämpfe mit kurzen Zwischensequenzen. Der Arcade-Modus setzt auf klassische Gegnerabfolgen mit steigendem Schwierigkeitsgrad, kann aber durch die begrenzte Abwechslung auf Dauer eintönig wirken.

Zugänglich, aber schnell erschöpft

Der Trainingsmodus erfüllt seinen Zweck: Du kannst in Ruhe Moves üben, Combos testen und das Timing lernen. Die Tools sind solide, gehen aber nicht besonders tief – vor allem, wenn du gerne genauer analysierst. Im Online-Modus zeigt das Spiel seine Stärken und Schwächen zugleich. Die Verbindungen laufen meist stabil, und gegen echte Spieler wird das System deutlich interessanter. Gleichzeitig sorgt das hohe Tempo zusammen mit den ständigen Charakterwechseln für Chaos, das gerade für Einsteiger schwer zu lesen ist. Lokal mit Freunden funktioniert das Konzept am besten. Die einfache Steuerung wird hier zum Vorteil: Jeder kann sofort einsteigen und Spaß haben, ohne viel Übung. Die Charaktere unterscheiden sich in Tempo, Stärke und Reichweite, bieten aber keine extremen Unterschiede. Spezialangriffe sehen spektakulär aus und können Kämpfe entscheiden, sind jedoch leicht auszuführen und verlieren dadurch etwas an Bedeutung. Auch das Ressourcenmanagement bleibt simpel. Das hält die Kämpfe direkt, nimmt dem Spiel aber strategische Tiefe. Mit der Zeit wiederholen sich die Abläufe, weil es nur wenige Ebenen zu meistern gibt. Das hohe Tempo sorgt zwar für intensive und teils richtig starke Momente, kann aber auch dazu führen, dass sich Kämpfe eher chaotisch als kontrolliert anfühlen. Wenn du das Wechsel-System beherrschst, hast du trotzdem genug Werkzeuge, um das Geschehen aktiv zu lenken – und genau dann macht das Spiel am meisten Spaß.

Starke Figuren, schwache Kulisse

Optisch bleibt Invincible VS nah an der Vorlage von Invincible. Die Charaktere sind gelungen umgesetzt, klar erkennbar und treffen den Stil der Serie gut – gerade für Fans ein wichtiger Punkt. Die Gewalt ist vorhanden, erreicht aber nicht die Wucht und Intensität, die du vielleicht erwartest. Schwächer wird es bei der Umsetzung: Die Animationen wirken uneinheitlich. Manche Bewegungen sind sauber und dynamisch, andere fallen deutlich ab – besonders in den Intro-Sequenzen vor Kämpfen. Das sorgt für ein etwas unstimmiges Gesamtbild. Die Umgebungen bleiben funktional. Sie erfüllen ihren Zweck, bieten aber kaum Interaktion oder einprägsame Details. Viele Arenen wirken ähnlich, Unterschiede beschränken sich oft auf die Beleuchtung. Der Fokus liegt klar auf den Figuren – alles andere bleibt im Hintergrund. Technisch läuft das Spiel dafür sehr sauber: stabile Framerate, kurze Ladezeiten und eine präzise Steuerung sorgen für ein flüssiges Spielerlebnis ohne größere Probleme. Der Soundtrack von The Glitch Mob passt mit seinem schnellen, elektronischen Stil gut zu den Kämpfen und treibt das Tempo spürbar an. Allerdings fehlt es an Abwechslung und Wiedererkennungswert. Viele Tracks klingen ähnlich, und oft gehen sie im Effektgewitter der Kämpfe unter. Unterm Strich funktioniert der Sound, bleibt aber eher Hintergrund als echtes Highlight.

Trailer


Fazit

Invincible VS macht im ersten Moment richtig Spaß: Die Kämpfe sind schnell, unterhaltsam und leicht zugänglich. Doch je länger du spielst, desto deutlicher werden die Schwächen. Vor allem die oberflächliche Story wird dem starken Universum nicht gerecht. Das Spiel hat gute Ansätze, schafft es aber nicht, daraus etwas wirklich Eigenständiges zu machen. Es bleibt solide Unterhaltung – mehr aber auch nicht. Wenn du einfach nur schnelle, unkomplizierte Kämpfe suchst, wirst du hier deinen Spaß haben. Erwartest du hingegen Tiefe, sei es in der Story oder im Gameplay, dürfte dich das Spiel eher enttäuschen.


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