
Mit Last Flag bekommst du einen schnellen Multiplayer-Shooter, der sich voll auf Capture the Flag konzentriert und daraus ein chaotisches, spaßiges Team-Erlebnis macht.
Schnelles Capture-the-Flag mit eigenem Stil
Der Aufbau von Last Flag ist angenehm einfach: Du wählst einen von neun Charakteren, die alle eigene Waffen und Fähigkeiten mitbringen. Bevor die Runde startet, versteckst du mit deinem Team die Flagge und sammelst Geld, indem du Bots auf der Karte ausschaltest. Damit kaufst du Upgrades, die dich auch während des Matches stärker machen. Sobald es losgeht, wird es hektisch. Beide Teams kämpfen um drei Radartürme in der Kartenmitte. Kontrollierst du sie, verkleinerst du nach und nach den Suchbereich der gegnerischen Flagge. Alternativ kannst du sie auch direkt finden und zurück zu deiner Basis bringen – dann heißt es verteidigen, bis die Zeit abläuft. Sollte nach 15 Minuten niemand gewinnen, entscheidet die Verlängerung oder im Zweifel die Punktzahl. Das Konzept ist simpel, funktioniert aber erstaunlich gut. Die Lernkurve ist flach, das Ziel klar – und genau das sorgt für intensive, durchgehende Gefechte. Die Charaktere bringen ordentlich Abwechslung rein: vom Nahkämpfer mit Axt bis hin zu Flammenwerfer, Granatwerfer oder aufstellbaren Geschützen. Einige Fähigkeiten sind bewusst überdreht – etwa Gegner zum Tanzen zu zwingen – und sorgen für unterhaltsame Momente. Dazu kommen Power-ups und Sprungpolster, die das Gameplay zusätzlich auflockern. Positiv fällt auch das faire Fortschrittssystem auf. Alles lässt sich durch Spielen freischalten und bleibt rein kosmetisch – ein Ansatz, den man heute nicht mehr oft sieht. Abgerundet wird das Ganze durch eine gelungene Präsentation im 70er-Jahre-Stil, die sich durch Charakterdesign, Musik und Atmosphäre zieht und dem Spiel eine eigene Identität verleiht.

Gute Basis, aber noch Luft nach oben
So stark das Grundkonzept ist, Last Flag hat aktuell noch ein paar Baustellen. Am deutlichsten fällt die Balance auf: Manche Situationen wirken schlicht unfair. Selbst mit robusteren Charakteren gehst du teilweise zu schnell zu Boden, während bestimmte Waffen – vor allem in späten Gefechtsphasen – übermäßig viel Schaden verursachen. Hier braucht es definitiv Feinschliff. Auch das Gunplay fühlt sich stellenweise noch etwas steif an, besonders bei Fernkampf-Charakteren. Es wirkt, als würde dem Spiel hier noch der letzte Schliff fehlen. Der größte Kritikpunkt ist aber der geringe Umfang. Mit nur zwei Karten nutzt sich das Erlebnis relativ schnell ab, auch wenn bereits neue Inhalte geplant sind. Ob diese rechtzeitig kommen, wird entscheidend sein. Dazu kommt eine fragwürdige Designentscheidung: Wenn du die Flagge trägst, verlierst du sämtliche Fähigkeiten. Dadurch bist du deutlich im Nachteil, während Gegner weiterhin ihr komplettes Arsenal nutzen können – etwas mehr Verteidigungsmöglichkeiten wären hier wünschenswert. Langfristig könnte auch der Fokus auf nur einen Spielmodus zum Problem werden. Die Basis ist stark, aber ohne zusätzliche Modi, Events oder Variationen droht auf Dauer Eintönigkeit. Die angekündigten Inhalte könnten das ändern – sie müssen nur schnell genug nachgeliefert werden.

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